Die Stadt bietet erstmals seit Langem allen Kindern über drei Jahren einen Kita-Platz an

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Die Stadt hat geschafft, was seit Jahren unmöglich war: Sie kann allen Kinder über drei Jahren einen Kindergarten-Platz anbieten. Bei den unter Dreijährigen gelingt das allerdings nicht.

Haltern

, 11.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das städtische Jugendamt ist erleichtert. Zum ersten Mal nach Jahren kann sie allen 1070 Kindern über drei Jahren (mit Rechtsanspruch) einen Kindergartenplatz in Haltern anbieten. 1089 Plätze stehen in den 21 Einrichtungen zur Verfügung, fünf in der Tagespflege. Die hundertprozentige Versorgungsquote lässt sich jedoch nicht auf den U-3-Bereich übertragen. Hier fehlen weiterhin Plätze.

Allerdings liegt die Versorgungsquote bei beachtlichen 75,4 Prozent. 614 Kindern zwischen einem und drei Jahren mit Rechtsanspruch stehen 333 Plätze in Kitas gegenüber. Hinzu kommen allerdings noch 130 Plätze in der Tagespflege. Die Zahl der U-3-Plätze verringert sich um drei, weil die Kita Lohausstraße ihre Gruppenstruktur verändern muss. Denn dort sind viele Kinder mittlerweile älter als drei Jahre. Somit kann die Arbeiterwohlfahrt als Träger nicht mehr so viele U-3-Kinder aufnehmen.

Jugendamt dankt den „kreativen Trägern“

Das grundsätzlich gute Ergebnis führt Jugendamtsleiter Gisbert Drees auf den Neubau der Kita an der Lohausstraße und den derzeit laufenden Umbau der Martin-Luther-Schule zur Kita zurück. Ebenso auf das Entgegenkommen der Träger. Sie hätten sehr konstruktiv und kreativ mitgewirkt, die Situation zu entspannen, machte ihnen Gisbert Drees ein Kompliment. Damit meinte er Zusatzgruppen in den katholischen Kitas Lavesum und Lippramsdorf sowie in der städtischen Kita Conzeallee und die Erhöhung von Gruppenstärken in einigen Einrichtungen.

Kindergärten: Ein Ausblick

Laufende Bauarbeiten und Reserven

Die ehemalige Martin-Luther-Grundschule wird zur Kita umgebaut. Die Schadstoffsanierung ist gerade beendet, jetzt beginnen Abbruch- und Rohbauarbeiten. Der Zeitplan ist eng, die Kita soll am 1. August öffnen. Die Kita Conzeallee ist um Module ergänzt worden, sie sollen drei Jahre als Gruppenräume stehen bleiben. Im Bedarfsfall kann die Stadt noch auf einem städtischen Grundstück an der Krummen Meer einen Kindergarten bauen. Entlastung verspricht sich das Jugendamt von einem geplanten Kindergarten in den Katharinenhöfen in Hamm-Bossendorf (ehemals Dickerhoff).

Durch die künftige Waldkita in Sythen gewinnt die Stadt sogar einen Puffer: Sie kann Kinder von Familien versorgen, die im laufenden Kindergartenjahr nach Haltern ziehen und einen Betreuungsplatz benötigen. Das war in den vergangenen Jahren so gut wie unmöglich.

Gisbert Drees: „Die Hände nicht in den Schoß legen“

Der Jugendamtsleiter warnt mit Blick auf die Vergangenheit, die Hände in den Schoß zu legen. „Gerade die Kindergartenlandschaft ist von vielen kurzfristigen und nicht immer vorhersehbaren Entwicklungen geprägt“, sagte er im Ausschuss Generationen und Soziales am 5. März. Denn die Stadt arbeitet aktuell noch mit zeitlich befristeten Gruppen, die in den nächsten Jahren wegfallen. Außerdem sei Haltern ein beliebter Wohnort für Familien, der Zuzug deshalb nicht kalkulierbar. „Und niemand weiß, wie sich die jüngsten Ereignisse in Syrien und der Türkei entwickeln.“

Die guten Zahlen verhindern eines nicht: Kinder können nicht immer im Kindergarten vor Ort betreut werden, ein gewisser „Tourismus“ lasse sich, so Gisbert Drees, leider nicht vermeiden.

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