So oder ähnlich könnte künftig der Bahntunnel an der Hullerner Straße aussehen. Ideen sind gefragt. © Stadt Haltern
See schlägt Wellen

Die Stadt Haltern will Graffiti-Sprayern ein Schnippchen schlagen

Der Einstieg in die Achse zwischen Stadt und See gleicht einem Wellengang wie aus einem Guss. Blaue Flächen aber wurden schnell zu Leinwänden für Graffiti-Sprayer. Das soll sich jetzt ändern.

In drei Bauabschnitten wurde die 1,5 Kilometer lange Verbindungsachse zwischen Innenstadt und Stausee unter dem Titel „See schlägt Wellen“ neu aufgewertet. Motor war der damalige Baudezernent Wolfgang Kiski. Der erste Abschnitt spiegelt Wasser und Wellengang besonders deutlich, er wurde im Februar 2013 fertig.

Die Unterführung „Der See schlägt Wellen“ an der Hullerner Straße wird ständig verschmiert. Das sorgt für viel Ärger. © Benjamin Glöckner © Benjamin Glöckner

Fußgänger und Radfahrer haben ihre Freude an dieser Verbindung, allerdings auch Graffiti-Sprayer. Die blauen Sitzwürfel, die Seitenwände an den Grünanlagen sowie in der Bahnunterführung werden immer und immer wieder verschmiert. Jetzt will die Stadt gegensteuern. Dazu lädt sie am 29. September (Mittwoch) ab 17 Uhr insgesamt 25 interessierte Bürgerinnen und Bürger ein, einen besonderen Vorschlag kennenzulernen.

25 Bürger sind am 29. September zur Ideenschmiede geladen

Denn geplant ist, die Flächen am Bahntunnel mit einem professionellen Graffiti aufzuwerten. Die Künstler werden am 29. September ihre Ideen vorstellen, aber auch die Halterner selbst können Vorschläge für die Gestaltung machen. Eine Voranmeldung für eine gewünschte Teilnahme an dem Treffen direkt vor Ort an der Hullerner Straße (bei schlechtem Wetter im Foyer der Seestadthalle) ist bei der Stadt notwendig.

So ist eine Teilnahme möglich

Anmeldungen werden unter https://buergerbeteiligung.sektor-marketing.de entgegengenommen. Die Veranstaltung findet unter den 3G-Regeln statt. Nur mit dem entsprechenden Nachweis vor Ort können Interessierte teilnehmen.

Absicht ist, so die Stadtverwaltung, Passantinnen und Passanten eine positivere Willkommensbotschaft zu senden, für eine schöne Atmosphäre zu sorgen und gleichzeitig die Reinigungskosten zu verringern. Die Fraktionen unterstützten das vorab mit einem entsprechenden Ratsbeschluss. Mit Kunst soll der Tunnel vor weiterer Sachbeschädigung geschützt werden. Denn unter Sprayern gilt ein Ehrenkodex: Übermale niemals ein Bild, das besser ist, als dein eigenes.

Krefelder Künstlerduo gestaltete schon den Bahnhof

Die ortsansässige Agentur Sektor Marketing konnte dafür das international arbeitende Künstlerkollektiv „tubuku“ überzeugen, eines ihrer XXL-Kunstwerke auf den Wänden der beliebten Querverbindung zu realisieren.

Das Krefelder Künstlerduo gestaltete als erstes Halterner Projekt die Bahnhofshalle. © DB AG © DB AG

„Der betroffene Bereich wird komplett und flächendeckend mit Motiven, die zur Seestadt und Umgebung passen, bemalt“, erklärt Geschäftsführer Florian Scharmann. Die Arbeit des Krefelder Künstlerkollektivs ist in der Seestadt bereits durch die Bemalung der Halterner Bahnhofshalle bekannt.

Jaroslaw „Jarek“ Masztalerz und Alex Weigandt verdienen ihr Geld mit einer Tätigkeit, für die andere in brenzligen Nacht-und-Nebel-Aktionen ihre Signaturen hinterlassen. Die beiden sehen sich weniger als Graffiti-Artists, sie seien vielmehr Designer und Handwerker, erklären sie.

Die Bezirksregierung lässt Fördermittel fließen

„Tubuku“ ist eine Wortneuschöpfung aus dem englischen Wort „too“ und den französischen „beaucoup“. Abgeleitet ist es vom deutschen Sprichwort „Zu viel des Guten“, „weil wir immer versuchen, mehr aus unseren Projekten rauszuholen, als vielleicht auf den ersten Blick nötig oder gefragt ist. Mehr ist mehr“, sagten sie in einem Interview.

Die Stadt hat von der Bezirksregierung Münster eine Förderzusage über 65 Prozent der Kosten erhalten.

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Elisabeth Schrief

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