Die Zukunft von Medimax in Haltern wird gerade ausgehandelt

hzMedimax Haltern

Was wird aus dem Elektronikfachmarkt Medimax in der Muttergottesstiege? Auch er soll künftig durch einen Franchisepartner betrieben werden. Doch der muss noch gefunden werden.

Haltern

, 11.11.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Dezember 2013 eröffnete Medimax in der Muttergottesstiege: Auf 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet er Kunden Unterhaltungselektronik und Mobilfunk ebenso wie Hauswirtschaftsgeräte an. Das kann nur unter einer bestimmten Voraussetzung weiter so bleiben.

Medimax ist eine Fachmarktlinie von Elektronic-Partner, einem der größten Handelsunternehmen für Unterhaltungs- und Hauselektronik, Informationstechnologie und Telekommunikation in Europa. Bislang führte Medimax den Großteil seiner Märkte in Eigenregie. Das soll sich jetzt Zug um Zug ändern. Die Standorte sollen künftig durch Franchisepartner geführt werden.

Diese Umstrukturierung hat bereits im Sommer 2019 begonnen und soll 2022 beendet sein. Zurzeit geht es um die Zukunft des Standortes Haltern.

Mit Umstrukturierung „lokales Unternehmertum fördern“

Auf Anfrage der Halterner Zeitung teilte Electronic-Partner in Düsseldorf mit, dass alle Betriebe auf das Franchisekonzept umgestellt werden, Haltern sei einer dieser Betriebe. Noch in diesem Monat rechne man mit einer Entscheidung.

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Ziel dieser Umstrukturierung sei, lokales Unternehmertum zu fördern, wirbt Electronic-Partner für die neue Strategie. Franchisepartner erhielten tatkräftige Unterstützung von den Teams der Medimax-Zentrale. Marketingkampagnen, Mitarbeiter-Recruiting und IT-Support seien nur einige der Leistungen, die im Servicepaket enthalten seien. Die Hälfte der 100 Märkte sei bereits übergeben.

Jeder Standort wird auf Zukunftsfähigkeit untersucht

Allerdings wurden auch Standorte - wie beispielsweise Marl - geschlossen. Denn die Verbundgruppe prüfe nach wie vor jeden Markt auf seine Zukunftsfähigkeit, um potenziellen Inhabern faire Konditionen und Perspektiven bieten zu können, heißt es von offizieller Unternehmerseite.

Aktuell kommen Franchisepartner vorwiegend aus den eigenen Reihen, waren bislang Filialgeschäftsführer bei Medimax oder Inhaber weiterer Standorte.

Das Versorgungswerk der Apothekerkammer Westfalen-Lippe als Eigentümer der Muttergottesstiege hoffte zur Eröffnung im Jahre 2013, dass sich das Trio mit Modewerk und Schuh Pettrup etabliere und die Attraktivität der oberen Rekumer Straße und der Innenstadt insgesamt belebe.

Die Idee, eine neue Konzeption für das zuletzt schäbige Kaufhaus zu entwickeln, entstand 2011. Mit dem Ziel, einen Standort von überregionaler Bedeutung aufzubauen und Haltern als lohnenswerte Einkaufsstadt über die Grenzen hinaus zu empfehlen. Eine komplette Nutzungsänderung der fast 4000 Quadratmeter großen Fläche folgte, Mode und Schuhe teilen sich eine Verkaufsfläche, als dritter Partner steuerte Medimax Haltern an.

So funktioniert Franchising

  • Franchise umschreibt ein Vertriebssystem, das auf einer unternehmerischen Kooperation basiert. Hierbei bietet ein Unternehmen, das sich mit seinem Konzept bereits auf dem Markt etablieren konnte, seine Geschäftsidee anderen Unternehmensgründern an.
  • Gegen eine einmalige Eintrittsgebühr sowie regelmäßige Lizenzgebühren erhält der Franchisepartner das Recht, die Waren anhand des bestehenden Geschäftsmodells des Franchisegebers zu vermarkten. Außerdem geht er die Verpflichtung ein, sein Unternehmen nach den Richtlinien des Konzepts zu betreiben.
  • Der Franchisegeber wiederum stellt seinem Partner ein Leistungspaket zur Verfügung, um den Unternehmensgründer zu unterstützen.
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