Mehr als 30 Jahre war Dieter Wilschewski Küster an der Erlöserkirche, jetzt geht er in den Ruhestand. © Jürgen Wolter
Küster ev. Gemeinde

Dieter Wilschewski geht: Viel Handwerk – und ein bisschen Seelsorge

Dieter Wilschewski, Küster an der Erlöserkirche, geht im März in den Ruhestand. Er bedauert, dass die Stelle zunächst nicht neu besetzt wird, freut sich aber auf neue Aktivitäten.

Er kam 1987 aus Bochum: Im Dezember trat Dieter Wilschewski seine Stelle als Küster in der evangelischen Gemeinde in Haltern an und kümmerte sich über mehr als 30 Jahre um Gebäude und Haustechnik. Aber nicht nur. „Manchmal war ich auch der erste Ansprechpartner für Ratsuchende, die ins Paul-Gerhardt-Haus oder zur Erlöserkirche kamen und ihr Herz ausschütteten. Da war dann manchmal auch ein bisschen Seelsorge gefragt“, sagt er.

Dieter Wilschewski hatte in Bochum eine Ausbildung zum Kfz-Elektriker absolviert und anschließend einige Semester Sozialpädagogik studiert. Als dann die Stelle als Küster in Haltern ausgeschrieben wurde, bewarb er sich – und wurde eingestellt.

Zunächst wohnten Dieter Wilschewski und seine Familie im alten Küsterhaus, das in den neunziger Jahren dem Paul-Gerhardt-Haus weichen musste.

Arbeitsplatz direkt neben der Wohnung

„Dort hatten wir einen großen Garten“, erinnert er sich. „Das Schöne an dem Beruf war, dass ich direkt neben der Arbeitsstelle wohnte und so meine Kinder unmittelbar aufwachsen sehen konnte. Das habe ich immer genossen.“ Für die Umstellung vom Ruhrgebiet nach Haltern brauchte Wilschewski aber eine Übergangszeit. „Anfangs sind wir tatsächlich noch immer nach Bochum zum Einkaufen gefahren“, erinnert er sich. „Alte Gewohnheit eben.“

Heute sind Dieter Wilschewski und seine Frau Heike längst in Haltern angekommen und fühlen sich hier sehr wohl, ihre beiden Kinder sind erwachsen. „Wir bleiben Haltern treu, ziehen jetzt in eine Wohnung in der Nähe“, sagt Wilschewski.

Am 14. März wird er im Gottesdienst in der Erlöserkirche verabschiedet – sofern der Gottesdienst stattfinden kann. Sein letzter Arbeitstag ist der 19. März. Worauf er sich am meisten freut, wenn er an seinen künftigen Ruhestand denkt?

„Besonders darauf, spontan etwas unternehmen oder planen zu können“, sagt er. Der Küsterdienst forderte ihn natürlich auch regelmäßig an Wochenenden. „Da musste man flexibel sein“, so Dieter Wilschewski. Zuletzt war der Samstag jeweils sein freier Tag, das nutzte er auch als Fußballtrainer in Hamm-Bossendorf.

Touren mit dem Wohnmobil

Jetzt plant Dieter Wilschewski häufigere Touren mit dem Wohnmobil. „Spontan verreisen“, nennt er als Vorhaben für die kommenden Jahre. Und auch der Musik bleibt er treu: „Ich habe eine Zeitlang in der Kirchenband Schlagzeug gespielt, inzwischen spiele ich auch Gitarre“, sagt er. Mit Freunden Musik machen steht ebenfalls auf seinem Zettel für die Zukunft.

Geht er jetzt mit lachenden oder weinenden Augen in den Ruhestand? „Von beidem etwas“, sagt Dieter Wilschewski. „Natürlich freue ich mich auf die neuen Freiräume, aber ich finde es schade, dass die Küsterstelle zunächst nicht wieder besetz wird.“ Den Kontakt zur evangelischen Gemeinde wird er weiterhin aufrecht erhalten.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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