Die Angeklagten bei der Urteilsverkündung - neben ihren Verteidigern Thomas Schwieren (l.) und Jens Tuschhoff. © Jörn Hartwich
Revision eingelegt

Disko-Schlägerei: Staatsanwältin will Urteile nicht akzeptieren

Im Fall um die brutale Disko-Schlägerei in Haltern, bei der ein Türsteher aus Olfen ein Auge verlor, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Das Urteil ist gesprochen, trotzdem können die Akten nicht geschlossen werden. Der Prozess um die brutale Disko-Schlägerei in Haltern, bei der ein Türsteher aus Olfen ein Auge verlor, wird demnächst auch den Bundesgerichtshof beschäftigen.

Wie das Landgericht Essen am Mittwoch bestätigte, will die Staatsanwaltschaft die Verurteilung der beiden angeklagten Brüder aus Haltern nicht akzeptieren. Sie hat Revision eingelegt. Damit müssen die Urteile nun in Karlsruhe überprüft werden.

Vorwurf: Cocktailglas ins Gesicht geworfen

Die Staatsanwaltschaft hatte für den 21-jährigen Hauptangeklagten sechseinhalb Jahre Jugendhaft beantragt. Er soll dem Türsteher im August 2019 ein schweres Cocktailglas aus nächster Entfernung direkt ins Gesicht geworfen haben.

Die Richter waren am Ende jedoch zwei Jahre unter dem Antrag der Anklägerin geblieben und hatten viereinhalb Jahre Jugendhaft verhängt.

Sofortige Entlassung

Noch krasser war der Unterschied bei seinem 27-jährigen Bruder. Für ihn waren vier Jahre und acht Monate Haft beantragt worden, herausgekommen sind zwei Jahre Haft auf Bewährung und die sofortige Entlassung aus der Untersuchungshaft.

Sollte der Bundesgerichtshof die Urteile aus Essen kippen, müssten andere Richter erneut über den Fall verhandeln. Mit einer Entscheidung ist wahrscheinlich frühestens Ende des Jahres zu rechnen.

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