Der Katastrophenschutz der Zukunft: DLRG Haltern setzte auf Drohnen

Redaktion Haltern
Pascal Sparenberg (l.) und Sebastian Höhnerhaus von der DLRG Haltern testeten bei einer Fachtagung in Frankfurt die Wunschdrohne.
Pascal Sparenberg (l.) und Sebastian Höhnerhaus testeten die Wunschdrohne bei einer Fachtagung in Frankfurt. © DLRG
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Der DLRG-Ortsverband Haltern dient dem Bundesverband häufig als Erprobungsort für moderne Technik. Sowohl neue neue Geräte für den Betriebsfunk als auch Drohnen für die Fernbeobachtung kommen deshalb in Haltern zum Einsatz.

„Es ist wichtig, mit der Zeit zu gehen, um moderne und zuverlässige Kommunikationsmittel für den Einsatz zu haben, die auch bei einem Ausfall anderer Kommunikationswege verfügbar sind“, sagt Benedikt Wintz, Vorsitzender der DLRG Haltern am See.

Als anerkannte Hilfsorganisation im Katastrophenschutz sei es notwendig, sich mit der aktuellen Technik zu befassen, um den ehrenamtlichen Einsatzkräften die besten Voraussetzungen für einen effektiven Einsatz zu ermöglichen.

Seit 2020 ist die DLRG in Haltern auch Teil eines Drohnenprojektes des Bundesverbandes. Dabei bildet die Ortsgruppe Haltern am See Fernpiloten für den Einsatz im Bevölkerungsschutz aus.

Einsatz im Ahrtal

Bei der Hochwasserkatastrophe 2021 waren die Lebensretter aus Haltern mit zahlreichen Kräften über mehrere Tage im Einsatz. „Die Kommunikation und zeitnahe Informationsgewinnung vor Ort war eine der größten Herausforderungen“, sagt Sebastian Höhnerhaus, Leiter Einsatz und Beauftragter für den Katastrophenschutz der Ortsgruppe. „Wir konnten gute Erfahrungen im Bereich der Informationsgewinnung mittels Flugdrohnen sammeln, die der Einsatzleitung vor Ort schnelle Erkenntnisse lieferte, um Hilfsmaßnahmen zielgenauer und effizienter zu koordinieren.“

Im Sommer 2020 nahm die DLRG Haltern ihrer erste Drohne in Betrieb, die Pascal Sparenberg und  Sebastian Höhnerhaus seinerzeit vorführten.
Im Sommer 2020 nahm die DLRG Haltern ihrer erste Drohne in Betrieb. © Jürgen Wolter (Archiv)

Von der DLRG Haltern am See waren unter anderem zwei Fernpiloten im Ahrtal im Einsatz und konnten mit einer Drohne des Bundesverbandes schwer zugängliche Orte erkunden und Menschen ausfindig machen, die dringend Hilfe benötigten.

Die Technik der Drohnen hat sich seitdem rasant weiterentwickelt. „Mit der neuen Technik werden wesentlich längere Flugzeiten und hochauflösende Bilder und Thermalaufnahmen ermöglicht. Einsätze bei Nacht und widrigen Wetterverhältnissen sind mit einer modernen Drohne ebenfalls möglich“, berichtet Pascal Sparenberg, Beauftragter für den Bereich Fernerkundung (Drohne).

Kosten bis zu 35.000 Euro

„Die Kosten für eine moderne Drohne, die die gewünschten Anforderungen erfüllt, sind enorm, sie liegen zwischen 16.000 und 35.000 Euro. Mit der neuen Technik könnten die Lebensretter aus Haltern am See nicht nur im Katastrophenfall eingreifen, sondern auch kreisweit die Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen tatkräftig bei Einsätzen unterstützen.“

Für die Beschaffung und Instandhaltung ihres Einsatzmaterials erhält die DLRG Haltern am See aber keine finanzielle Unterstützung – weder von der Kommune noch von der Landesregierung. Auch der Kreis Recklinghausen unterstützt die DLRG gegenwärtig nur durch Rahmenverträge zur Beschaffung von Funkgeräten. Die Helfer sind also auf Spenden angewiesen. Diese sind möglich an die Konten der DLRG Haltern bei der Volksbank Südmünsterland-Mitte, IBAN: DE44 4016 4528 0101 5909 00, Verwendungszweck: Drohne, oder bei der Stadtsparkasse Haltern, IBAN: DE27 4265 1315 0000 0024 28, Verwendungszweck: Drohne.

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