Dorferweiterung Lippramsdorf: Stadt geht auf Anregungen der Bürger ein

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Wenn die Stadt Haltern einen Bebauungsplan auf den Weg bringt, sind auch die Bürger gefragt. Am Beispiel Lippramsdorf zeigt sich, wie das funktioniert.

Lippramsdorf

, 26.06.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurzfristig werden auf Vorschlag der Bauverwaltung Haltern noch einige Änderungen in den Bebauungsplan Stigthaube aufgenommen, der 15 Neubauten in Lippramsdorf möglich macht. Damit reagiert die Stadt vor der zweiten Offenlegung der Pläne auf bisherige Anregungen der Bürger und sorgte zwischen dem Stadtenwicklungsausschuss (4. Juni) und der Ratssitzung (18. Juni) für entscheidende Neuerungen.

Eine Mehrheit aus CDU, Grünen, WGH und FDP stimmte für den überarbeiteten B-Plan und die Öffentlichkeitsbeteiligung. Nur die SPD enthielt sich, weil sie in der Kürze der Zeit nicht über so gravierende Vorschläge entscheiden könne. Der Rat war für fünf Minuten unterbrochen worden, damit sich die Fraktionen beraten konnten.

Ein Mehrfamilienhaus soll jetzt kleiner werden

Konkret soll nun festgesetzt werden, dass ein Mehrfamilienhaus, das auch als Lärmriegel zur Lembecker Straße fungieren soll, nur noch sechs Wohneinheiten umfassen darf. Im bisherigen Entwurf des B-Planes wären noch neun Wohnungen möglich gewesen.

Mit dieser Begrenzung geht die Verwaltung auf Bedenken der Bürger ein, die befürchteten, dass sich die Bebauung nicht in das bestehende Umfeld integriert. Die Interessen der Landwirtschaft werden ebenso berücksichtigt. So hatte es bei der ersten Offenlegung Hinweise darauf gegeben, dass die Birkenallee womöglich zu eng für landwirtschaftliche Fahrzeuge werden könnte. Sie soll nun um ein bis zwei Meter verbreitert werden. Bestehende Pflanzbeete auf der Seite der jetzigen Bebauung würden aber bestehen bleiben, kündigte Baudezernent Siegfried Schweigmann im Rat an.

Wohnflächen werden zugunsten von Parkplätzen verringert

Auch die Sorge, dass zu wenig Besucherstellplätze vorgehalten werden, findet nun im neuen Entwurf des B-Planes eine Antwort. Ein Teil der angedachten Wohnbauflächen im südlichen Bereich des B-Planes soll nun für Besucherstellplätze zur Verfügung stehen. Außerdem wurde die Lage von erforderlichen Kompensationsflächen so verändert, dass sich diese im B-Plangebiet befinden. „So erhalten wir Rechtssicherheit“, erklärte Siegfried Schweigmann.

So stelle ich mir eine behutsame Dorfentwicklung vor“, lobte Kai Surholt (FDP). Es zeige sich, dass die Anregungen der Bürger ernst genommen werden. Es sei positiv, dass die Kompensationsfläche direkt vor Ort angesiedelt werden soll, erklärte Maaike Thomas für die Grünen. Wie auch Andreas Stegemann (CDU) wies sie in Richtung SPD darauf hin, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist und sich die Bürger nun erneut einbringen können. Für den CDU-Fraktionschef ist außerdem wichtig, dass die Stadt bei der Lage der Kompensationsfläche für Rechtssicherheit sorgen will.

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