Dr. Peter Schmidt geht, Dr. Björn Hollensteiner kommt

HALTERN Patienten haben geweint, als sie hörten, dass ihr Arzt in den Ruhestand geht. Aber auch Dr. Peter Schmidt fiel der Abschied sehr schwer.

von Von Elisabeth Schrief

, 01.01.2009, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manche Patienten hat er von Kindesbeinen an behandelt. „Der Beruf hat mir sehr viel Spaß gemacht“, aber mit 63 Jahren schließt Dr. Schmidt nun diese Lebensphase ab. Die Praxis bleibt geöffnet: In Dr. Björn Hollensteiner hat er einen Nachfolger gefunden.Anfänge waren schwer

Manche Patienten hat er von Kindesbeinen an behandelt. „Der Beruf hat mir sehr viel Spaß gemacht“, aber mit 63 Jahren schließt Dr. Schmidt nun diese Lebensphase ab. Die Praxis bleibt geöffnet: In Dr. Björn Hollensteiner hat er einen Nachfolger gefunden.Anfänge waren schwer

Die Anfänge 1975 waren alles andere als leicht. Dr. Peter Schmidt arbeitete seit vier Jahren im Sixtus-Hospital, hatte zwischendurch Vertretungen übernommen, war aber auf die Führung einer eigenen Praxis innerlich noch gar nicht vorbereitet. Damals gab es in Haltern sechs Ärzte, mit Dr. Schmidt ließen sich Dr. Hermann Kremer und Dr. Wolfgang Filthaut nieder. Aus zwei Wohnungen an der Muttergottesstiege entstand mit seiner tatkräftigen, handwerklichen Unterstützung eine Praxis. „Wir haben wahnsinnig viel gearbeitet, aber es war ein familiäres, gutes Miteinander“, denkt Birgit Felling wohlwollend zurück. Sie kam 1980 zu Dr. Schmidt in die Lehre. „Er war streng und konsequent, aber nirgendwo habe ich so viel gelernt wie in seiner Praxis.“ Dr. Schmidt übernahm Verantwortung darüber hinaus: Er war 30 Jahre lang Bereitschaftsarzt des Deutschen Roten Kreuzes und außerdem Versehrtensport-Arzt. Haltern ging ihn etwas an, er gehörte auch zu den Demonstranten gegen die Muttergottesstiege. „Eine böse Zeit“, sagt er heute. Manch einer versuchte, ihn in die Reserve zu schicken: „Ein Doktor darf sich nicht um Politik kümmern.“

Gebürtig stammt Peter Schmidt aus Landau an der Isar. Weil sein Vater, ein Oberschlesier, eine Anstellung in der Annaschule bekam, zog die vierköpfige Familie erst nach Haltern, dann, als der Vater Schulleiter in Flaesheim wurde, über die Lippe. „Anfangs habe ich nur bayrisch gesprochen.“ Die Kinder hörten es so gern, dass Peter im Kindergarten immer vorbeten musste. Die ältere Schwester wanderte mit ihrem jüdischen Ehemann schon 1947 nach Israel aus und war die erste Deutsche, die die israelitische Staatsbürgerschaft bekam.

So viele Erinnerungen, so viel Abschied. „Das berührt mich.“ Und was kommt jetzt: Dr. Peter Schmidt, der große Wertschätzung erfährt, bleibt Halterner. Er will mit seiner Ehefrau Susanne oft auf Reisen gehen oder die Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges auf Haltern erforschen. Zwangsläufig wird es Sprechstunden auf der Straße geben: „Meinen Patienten nahe zu bleiben, ist mir ein Bedürfnis.“Elisabeth Schrief

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