Dreharbeiten zu Kreuzband-OP: Chefarzt aus Haltern stellt Therapie vor

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Für Niklas Hüls war die Operation am Kreuzband mit gutem Heilungsverlauf ein Segen. Für die Wissenschaftssendung „Quarks“ stellt sein Arzt, Dr. Carsten Radas, die Behandlungsmethode vor.

Haltern

, 17.10.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Kreuzbandriss hatte für Betroffene früher meist schwerwiegende Folgen. Nicht nur sportlich, sondern oft auch beruflich waren sie plötzlich ins Abseits gestellt. Mit einem instabilen Knie ist es beispielsweise nicht mehr möglich, seinen Beruf bei der Feuerwehr auszuüben oder im Dachdeckerhandwerk zu arbeiten.

Heute ist die Perspektive von Patienten mit Kreuzbandriss sehr viel besser. Dafür sorgt unter anderem Dr. Carsten Radas. Der Halterner ist Chefarzt der Klinik für Ambulante Operationen und Sporttraumatologie im St. Josef-Stift Sendenhorst. Rund 200 Kreuzbandrisse werden in der Klinik jährlich operiert. Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv und bietet gute Heilungschancen bis hin zur vollen Sporttauglichkeit.

WDR-Beitrag wird im Dezember gesendet

Mit der Entwicklung dieses medizingeschichtlichen Kapitels, auch mit den kritischen Begleiterscheinungen wie fragwürdige Mode-Therapien und überflüssige Operationen, beschäftigt sich in Kürze das WDR-Wissenschaftsmagazin Quarks. Carsten Radas beantwortet dazu Fragen über den heutigen Stand der Technik bei der Behandlung von Kreuzbandrissen. Der Beitrag „Mode oder Medizin? Gesundheitstrends im Check“ wird voraussichtlich am 3. Dezember (Donnerstag) um 20.15 Uhr im WDR-Programm ausgestrahlt.

Neben dem Thema Knie werden auch Behandlungen am Rücken, das Augenlaserverfahren und der Einsatz von Zahnspangen in der Sendung beleuchtet, kündigte Quarks-Redakteur Tilman Wolff am Donnerstag (15. Oktober) beim Dreh in Haltern an. Die besondere Knie-OP habe es auch deshalb in den Beitrag geschafft, weil „nirgendwo sonst so viele Eingriffe“ an diesem Gelenk belegt seien wie in Deutschland.

Chefarzt Dr. Carsten Radas

Chefarzt Dr. Carsten Radas © St.-Josef-Stift

Alle paar Jahrzehnte habe es den Kreuzbandriss betreffend in der medizinischen Entwicklung einen Meilenstein gegeben, erklärt Carsten Radas (53) im Gespräch mit der Halterner Zeitung. Schon vor 100 Jahren seien Kreuzbandrisse operiert worden, aber ohne Erfolg, so der Spezialist aus Haltern.

Der Durchbruch wurde mit der Arthroskopie geschafft. Wenn man sich für die Heilung die nötige Zeit gebe, könne der Schaden dauerhaft behoben werden. Fußballer sollten hier kein Maßstab sein, warnt Carsten Radas. Die körpereigene Sehne benötige neun bis zwölf Monate zum Einwachsen. Wer sein Knie zu früh wieder voll belaste, riskiere Folgeschäden. Dafür gebe es gerade im Fußball genügend Beispiele.

Der Körper braucht Zeit zum Heilen

Niklas Hüls (22) hat seinem Knie Zeit zum Heilen gegeben. Vor fünf Jahren erlitt der begeisterte Sportler einen Kreuzbandriss sowie den Abriss von Innen- und Außenminikus beim Fußballspielen. Er ließ sich in Sendenhorst von Carsten Radas operieren. Heute kann er wieder beim ETuS Haltern trainieren und auch seiner zweiten großen Leidenschaft, Tennis beim Halterner TC, nachgehen.

„Ich bin heute fast beschwerdefrei“, freut sich der Halterner, für den diese Entwicklung nicht nur aus sportlicher Sicht ein Segen ist.

Seinen Berufswunsch Polizist hätte er ohne erfolgreiche OP begraben müssen. Weil er wieder voll einsatzbereit ist, habe es trotz schwerer Verletzung geklappt, ist der Halterner froh.

In der Tennishalle des Fitnessstudios Sportbalance an der Annabergstraße stellte Niklas Hüls am Donnerstagnachmittag vor der Kamera des Quarks-Fernsehteams unter Beweis, wie fit er ist. Auch schnelle Ball- und Richtungswechsel sind für ihn kein Problem.

„Nach der OP habe ich ein Jahr lang so gut wie keinen Sport betrieben“, blickte er zurück. So konnte die neue Sehne nachhaltig im Kniegelenk einwachsen. Über schnelles Gehen und kurze Joggingrunden tastete er sich zurück. Nach etwa 14 Monaten wagte Niklas Hüls die erste Sporteinheit auf dem Tennisplatz.

Jetzt darf man gespannt sein, welche Szenen von ihm und Carsten Radas im Quarks-Beitrag gezeigt werden.

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