Drogen-Brüder aus Haltern und Marl müssen ins Gefängnis

hzLandgericht

Sie träumten vom schnellen Geld - jetzt müssen beide ins Gefängnis. Nach einem Abstecher in die Welt der Schmuggler und Drogenhändler sind zwei Brüder aus Haltern und Marl verurteilt worden.

Haltern/Essen

, 05.12.2018, 12:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die beiden Angeklagten hätten eigentlich gewarnt sein müssen. Als in ihrem Umfeld die ersten Festnahmen passierten, wäre es wohl höchste Zeit gewesen, aus den illegalen Geschäften auszusteigen. Doch die Gier nach leicht verdientem Geld war offenbar größer. Und so kam es wie es kommen musste.

Der jüngere der beiden Brüder ist am Essener Landgericht zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er ist 29, kommt aus Haltern und hatte mit seiner Lebensgefährtin eigentlich ein unscheinbares Leben geführt. Er war immer in Arbeit - mal auf Baustellen, mal als Paketbote oder als Maschinenführer.

Gegen seinen zehn Jahre älteren Bruder aus Marl haben die Richter zwei Jahre und fünf Monate Haft verhängt. Er war erst später in den Drogenhandel eingestiegen.

"Ich musste ja die Wohnung bezahlen"

Es war im Sommer 2015, als alles begann. Der 29-jährige Halterner war nach einem Bandscheibenvorfall außer Gefecht gesetzt, wollte aufs Geldverdienen aber nicht verzichten. "Ich musste ja die Wohnung bezahlen", hatte er den Richtern erklärt.

Und wie es der Zufall so wollte: Über ein Ebay-Geschäft hatte er genau in dieser Zeit Kontakt zu einem Mann bekommen, der schon tief in Rauschgiftgeschäfte verstrickt war.

Es dauerte dann auch nicht lange, bis der 29-Jährige ebenfalls dabei war. Die ersten "Jobs" bestanden darin, Schmuggel-Marihuana aus Holland entgegenzunehmen, zwischenzulagern und innerhalb des Drogenrings weiter zu transportieren. "Dafür habe ich 150 Euro pro Lieferung bekommen", hatte er den Richtern in Essen erklärt. Anfangs ging es um circa drei Kilo pro Woche, später kam auch schon mal eine Tasche mit sieben Kilo an. "So eine große Menge hatte ich noch nie auf einem Haufen gesehen."

Drogen auch im Wald versteckt

Auch nach der Festnahme eines Schmugglers, der nach einer wilden Verfolgungsfahrt mit der Polizei von den Beamten gerammt und dabei verletzt worden war, gab es nur eine kurze Verschnaufpause. "An Schlafen war da nicht mehr zu denken", so der 29-Jährige im Prozess. "Die Drogen, die ich noch hatte, habe ich alle im Wald versteckt."

Doch kurze Zeit später ging es schon weiter. Jetzt auch mit eigenen Fahrten nach Holland. Außerdem kam neben dem Marihuana auch noch Amphetamin hinzu. Ein Teil der geschmuggelten Drogen wurde nun auch bei dem ebenfalls verurteilten Bruder in dessen Marler Wohnung versteckt. Auch der 39-Jährige hatte ein Geständnis abgelegt.

Im Januar 2018 war dann jedoch endgültig Schluss. Bei einer groß angelegten Razzia wurde der Marl-Halterner-Drogenring gesprengt. Die beiden Brüder hoffen nun, dass sie ihre Strafen im offenen Vollzug absitzen können. Dann müssten sie nur über Nacht ins Gefängnis.

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