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Eichenprozessionsspinner: An diesen Stellen in Haltern gibt es die giftigen Raupen

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Der Eichenprozessionsspinner ist wieder da - auch in Haltern. Anwohner sind genervt und werfen der Stadt Versäumnisse vor. Wir zeigen Ihnen, wo Sie derzeit besonders vorsichtig sein sollten.

Haltern

, 07.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Schon im vergangenen Jahr war der Eichenprozessionsspinner in Haltern zu finden. Auch dieses Frühjahr macht sich die Raupe mit ihren giftigen Haaren wieder in der Stadt breit - sowohl in der Innenstadt, in Hullern, in Lippramsdorf und in Flaesheim.

Am Galgenberg etwa gebe es an jedem zweiten Baum mindestens ein Nest, schreibt uns eine Facebook-Nutzerin. „Burgstraße an den Weiden und gegenüber beim Bauunternehmen! 10 Nester und hoffentlich nicht wieder ein geschädigtes Pferd“, schreibt eine andere Nutzerin.

Die Stadt ist in diesem Jahr bisher an acht Stellen aktiv geworden, unter anderem an der Grundschule in Hullern, der Katharina-von-Bora-Schule sowie auf einigen Straßen in der Mersch. Am Kindergarten in Flaesheim etwa seien die Tiere schnell entfernt worden, schreibt eine Leserin auf Facebook. Andere Nutzer werfen der Stadt allerdings mangelnden Einsatz vor: vor allem am Galgenberg. Da seien die Nester schon im letzten Jahr nicht weggemacht worden, schreibt uns eine Leserin. Eine andere schreibt: „Weiß auch nicht, warum ich als Tagesmutter mit 5 Kleinstkindern so übertreibe mit der Bitte, die gesamten Nester zu entfernen. Beim groben Durchschauen habe ich schon 15 gezählt an 6 Bäumen und das nur in den unteren Bereichen, wer weiß, wie viele noch weiter oben sitzen“, so eine Halternerin.

Eichenprozessionsspinner: An diesen Stellen in Haltern gibt es die giftigen Raupen

Am Galgenberg in Lippramsdorf sind mehrere Eichen von Eichenprozessionsspinnern befallen. Ein Unternehmen hat dort am Donnerstag mehrere Nester entfernt. © Eva-Maria Spiller

Die Stadt Haltern hatte am Freitagmittag ein Unternehmen damit beauftragt, die Eichen Am Galgenberg von den Prozessionsnestern zu befreien. Zu den Vorwürfen der Anwohner sagt die Stadt: „Hier handelt es sich um eine Baumreihe gegenüber der Wohnbebauung. Deshalb ist es hier leicht möglich, den Bereich zu meiden. Es gibt auch keinen Grund, die Bäume großartig zu beschneiden. Den gäbe es nur, wenn von ihnen eine Gefahr (z.B. Astbruch) ausginge.“ Und weiter: „Unser Mitarbeiter hat am Dienstag der Tagesmutter gesagt, dass wir das Beseitigen der Spinner beauftragt haben. Bis dies geschehen ist, sollte Sie den Bereich besser meiden.“

Generell werde die Stadt mit Vorrang dort aktiv, wo Spielplätze, Kindergärten und Schulen betroffen oder konkrete Gefahren abzusehen seien. So etwa nach einem Hinweis am Wellenbogen in Sythen am Freitag, wo nun eine Bekämpfung in Auftrag gegeben worden sei. Deshalb bittet die Stadt um Verständnis und „auch um etwas Zeit“. Im Wald oder an Feldwegen unternimmt die Stadt nichts gegen die giftigen Raupen.

Keine präventive Bekämpfung in Haltern

Präventiv wie die Stadt Castrop-Rauxel wollte die Stadt im Frühjahr nicht gegen die giftigen Raupen vorgehen. Im April hieß es dazu seitens der Stadt: „Nach unseren Erkenntnissen gibt es zu den präventiven Einsätzen keine klaren Meinungen“, sagte Stadtsprecher Georg Bockey: „Einige sagen, ja, das ist sinnvoll, andere sagen, nein, nicht sinnvoll.“ Vor allem wolle man sicherlich nicht großflächig mit Chemie arbeiten. Auch das Umweltbundesamt rät bei der chemischen und biologischen Bekämpfung der Raupen zu einem „notwendigen Mindestmaß“.

Allergische Reaktionen, Fieber, Schwindel und Schocks

Um Auto- und Kraftfahrer für die Gefahren der Raupen zu sensibilisieren, warnt Straßen.NRW seit Ende April mit einem mehrsprachigen Info-Flyer vor den Brennhaaren der Tiere. „Die Brennhaare der Raupen können bei Hautkontakt allergische Reaktionen auslösen, die zu Haut- und Augenreizungen, Schwindel, Fieber und in Einzelfällen sogar zu allergischen Schocks führen können. Beim Einatmen der Härchen können zudem Atembeschwerden wie Bronchitis und Asthma auftreten.“ Die Stadt Haltern rät deshalb: „Vorsicht ist grundsätzlich an allen Eichen geboten, abgesehen von der amerikanischen Roteiche, wo die Spinner nicht sind. Eichenwälder sollte man derzeit meiden oder zumindest vorsichtig sein.“

In Dülmen haben unseriöse Eichenprozessionsbekämpfer bei einer Anwohnerin für Arbeit von zehn Minuten 500 Euro kassiert, wie die Dülmener Zeitung berichtete. Damit hatte die Dame nicht nur mit den Tierchen an sich Ärger, sondern auch noch mit einem möglichen Betrüger. Die Polizei in Coesfeld warnt deshalb aktuell vor unseriösen Handwerkern und rät, einen kostenlosen Kostenvoranschlag einzuholen und Rechnungen nicht ohne Prüfung zu bezahlen. Sobald man sich genötigt oder betrogen fühle, sollte man die Polizei rufen. Einen solchen Fall sei der Stadt Haltern auf Nachfrage allerdings noch nicht bekannt geworden.

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