Eiertausch statt Fütterungsverbot: Das Leid der Stadttauben in Haltern beenden

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In vielen Städten gilt ein Fütterungsverbot für Tauben. So auch in Haltern. Das sollte sich ändern. © picture alliance/dpa/KEYSTONE
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Sie genießen einen schlechten Ruf: Stadttauben. Oder wie sie deshalb oft despektierlich genannt werden: die Ratten der Lüfte. In vielen Städten gibt es ein Fütterungsverbot – so auch in Haltern. Dadurch soll die Population dezimiert werden.

Aber: Über die Jahre wurde den Tauben ein Brutzwang antrainiert, ähnlich wie bei Hühnern. Es schlüpfen also nicht weniger Tauben, nur weil sie weniger zu fressen finden.

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Immer wieder wird das Fütterungsverbot von Tierschützern kritisiert. Tauben fressen stattdessen Müll oder müssten hungern. © picture alliance/dpa

Die Sinnhaftigkeit des Fütterungsverbotes sei also dahingestellt. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Vogelrettern ist deswegen der Eiertausch. Sie tauschen die echten Eier gegen Eierattrappen aus Gips aus. Auch so wird die Population der Tauben kontrolliert – ohne, dass die Tiere Hunger leiden müssen.

In den Nachbarstädten Datteln, Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herten und Oer-Erkenschwick wird das bereits durch den Verein „Ruhrpottmöwen“ gemacht. In Haltern am See ist es noch nicht dazu gekommen.

Population durch Eiertausch reduzieren

Allerdings könnte – und sollte – sich das bald ändern. Jedenfalls haben sich die zwei Vorsitzenden des neu gegründeten Vereins „Hast du ’nen Vogel?“ bewusst Haltern als Gründungsort ausgesucht. So wollen sie über ihren Verein den Kontakt und den Austausch mit der Stadt Haltern suchen – was vorher immer wieder auf taube Ohren gestoßen ist.

„Wir sind offen dafür, dass wir gemeinsam mit der Stadt eine Lösung finden, um die Population durch den Eiertausch zu reduzieren“, sagt Lisa-Marie Krieger, eine der Vorsitzenden des Vereins.

Und was bis dahin jeder von uns tun kann: Die Tauben genau anschauen. Schauen, ob sie vielleicht verletzt sind, einen Flügel gebrochen haben oder mit ihren Krallen in Müll feststecken. Sollte das der Fall sein, dann versuchen Sie das Tier mit Futter anzulocken und einzufangen.

In einem Karton mit Luftlöchern und einem eingerollten Handtuch können die Tauben behutsam verwahrt werden, bis sie einen Tierretter kontaktiert haben. Das geht am einfachsten über diverse Facebook-Seiten – wie jetzt auf „Hast du ’nen Vogel?“. Tierschutz endet nicht bei den Tieren, die auf den ersten Blick nicht so süß sind wie Labradorwelpen.

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