Ein "komisches Gefühl" rettete Jonas Ohlms

Katastrophe bei der Loveparade

HALTERN. Jonas Ohlms ist überglücklich und gleichzeitig entsetzt. Zwei Minuten bevor die Situation vor dem Tunnel zum Haupteingang auf das Loveparade-Gelände eskalierte, beschlich ihn ein "komisches Gefühl". Er riss eine Freundin mit: "Los, lass uns sputen..."

von Von Elke Rüdiger

, 25.07.2010, 16:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein  "komisches Gefühl" rettete Jonas Ohlms

Die ersten Zäune wurden nieder gerissen.

Jonas versuchte, sich an den Ablauf zu erinnern: „Der Adrenalinspiegel stieg, die Menschen verhielten sich nicht normal. Dazu kam eine völlig überforderte Polizei. Wir standen in der riesigen Menschenmenge vor dem Tunnel. Einige stürmten den Hang zum Lichtmast. Ich dachte, da wird die Polizei ja einschreiten und sie zur Ordnung rufen. Aber das passierte nicht. Ihre Gesichter zeigten Hilflosigkeit und Stress.“ Als das Geschiebe schlimmer wurde, raunte er Tamara zu: "Lass uns zusehen, das wir hier rauskommen.“ 

Einsatzkräfte kümmerten sich bereits um eine bewusstlose Frau. „Plötzlich setzte Geschrei ein. Nach hinten wurde zugemacht. Also suchten wir den Notausgang. Wegen der nahen Bahngleise wollte man uns aber hier nicht herauslassen. Wir sollten den Hauptausgang nehmen. Dahin zurück wollten wir keinesfalls. So blieben wir, wo wir gerade waren. Da wurden die ersten Zäune nieder gerissen. Und wir dachten, notfalls können wir über die Gleise abhauen... Was hatten wir Glück, dass wir uns nicht an die Anweisungen des Ordners hielten.“

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