Ein Leben nicht nur im Zeichen der Bücher - Norbert Kortenkamp ist am Mittwoch verstorben

hzEin Nachruf

Er war nicht nur Buchhändler, sondern auf vielfältige Weise in Haltern aktiv: Norbert Kortenkamp ist am Mittwoch nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben.

Haltern

, 19.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er war auf vielfältige Weise in seiner Heimatstadt Haltern am See aktiv und leitete zusammen mit seiner Frau Hanne von 1976 bis 1998 die Buchhandlung Kortenkamp am Markt in Haltern. Jetzt ist Norbert Kortenkamp am Mittwoch im Alter von 90 Jahren verstorben.

„Es war ein erfülltes Leben, geprägt von viel Fröhlichkeit“, sagt seine Witwe Hanne Kortenkamp. „Unser Haus war immer ein offenes Haus,“ ergänzen seine beiden Töchter Andrea Timm-Kortenkamp und Anne Heine-Hagen. „Hier war immer viel Leben und dazu hat unser Vater maßgeblich beigetragen.“

Nicht nur Bücher bestimmten sein Leben

Norbert Kortenkamp wurde in Haltern geboren. Er erlernte den Beruf des Buchbinders und übernahm 1976 die Leitung der Buchhandlung mit seiner Frau Hanne, die er 1958 in St. Sixtus geheiratet hatte. Nicht nur Bücher gab es bei Kortenkamp, lange wurden unter anderem auch Musikinstrumente verkauft. Norbert Kortenkamp spielte selbst Klavier und Akkordeon und griff im Geschäft auch schon mal zur Gitarre und sang den Kunden ein Lied vor, um ein Instrument zu demonstrieren.

Es waren nicht allein die Bücher, die sein Leben bestimmten. Er gehörte 1954 zu den Gründungsmitgliedern der Schützengilde, war Hauptmann der 5. Kompanie und 20 Jahre lang Ausrufer des Gilde-Schützenfestes.

Norbert Kortenkamp engagierte sich außerdem 35 Jahre lang in der Arbeitsgemeinschaft der Kaufleute der Lippstraße, die er mitgegründet hatte. 40 Jahre lang sang er im Kirchenchor von St. Sixtus und war der Kantorei eng verbunden. Ein weiteres Hobby war das Wandern.

Bis Kriegsende im Wald versteckt

Ein Erlebnis aus seiner Jugend, das ihn besonders prägte, erzählte Norbert Kortenkamp immer wieder, daran erinnert sich seine Familie: „Zum Ende des Zweiten Weltkrieges versteckte er sich mehrere Tage in den Borkenbergen, weil noch die Gefahr bestand, dass er hätte eingezogen werden können. Das wollte seine Mutter unbedingt verhindern, weil bereits zwei Brüder im Krieg geblieben waren“, erinnert sich Hanne Kortenkamp. Bis zum Kriegsende wurde Essen zu einem vereinbarten Treffpunkt gebracht, bis sich Norbert Kortenkamp dann wieder an die Öffentlichkeit wagte.

Zeit seines Lebens erfreute sich Norbert Kortenkamp einer stabilen Gesundheit. Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb er am vergangenen Mittwoch.

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