Einbruchdiebstahl war Halternerin (35) aufgrund vager Zeugenaussagen nicht nachzuweisen

hzFreispruch

Sie soll einem Mann sämtliche Kleidungsstücke aus der Wohnung gestohlen haben: Aufgrund einer vagen Zeugenaussage wurde die Angklagte vor dem Schöffengericht in Marl aber freigesprochen.

Haltern

, 27.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie soll gemeinsam mit einem Bekannten in die Wohnung eines Mannes in einer Halterner Unterkunft eingebrochen sein und sämtliche Kleidungsstücke entwendet haben: Am Ende der Verhandlung vor dem Marler Amtsgericht verließ die Angeklagte den Gerichtssaal aber als freie Frau: Die Vorwürfe konnten durch eine Zeugenaussage nicht erhärtet werden.

Bereits zum zweiten Mal musste die 35-jährige Halternerin vor Gericht erscheinen. Da die Zeugin in der ersten Verhandlung vor zwei Wochen nicht erschienen war, hatte der Vorsitzende Richter Mauritz Hagemann die Verhandlung vertagt und einen zweiten Termin angesetzt.

Zeugin kann sich an vieles nicht mehr erinnern

Diesmal war die Zeugin anwesend, ihre Aussagen blieben aber wenig konkret. Sie konnte sich lediglich erinnern, dass die Angeklagte am Abend des 12. März 2018 bei ihr an der Wohnungstür geklingelt und gefragt hatte, ob der später geschädigte Nachbar zuhause sei. „Dann hat sie sich noch mit meinem Mann unterhalten“, mehr konnte die Zeugin nicht aussagen. Was an der Wohnungstür des Nachbarn passiert sei, daran könne sie sich nicht erinnern. Ihre gegenüber der Polizei getroffene Aussage, die Angeklagte und ihr Bekannter hätten mit einem Vorschlaghammer die Tür aufgebrochen und Sachen aus der Wohnung mitgenommen, bestätigte sie vor Gericht nicht.

Auch Pfefferspray kam zum Einsatz

Allerdings sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit dem Nachbarn, der inzwischen erschienen war, gekommen. Diese habe dann auch an ihrer Tür stattgefunden, so die Zeugin: „Mein Mann und ich haben dann auch was von dem Pfefferspray abbekommen, das zum Einsatz kam“, so die Zeugin.

Die Angeklagte hatte in der ersten Verhandlung ihren damaligen Begleiter beschuldigt, den Einbruch verübt zu haben. Dieser ist aber zurzeit nicht auffindbar. Da ihr nach der Zeugenaussage der Einbruchdiebstahl nicht nachgewiesen werden könne, plädierte Staatsanwältin Petra Härtes-Breß auf Freispruch, dem Antrag schloss sich Verteidiger Georg Rüthers an.

Dem Schöffengericht bliebt somit nur eine Entscheidung: Freispruch. Die Anklage wegen schweren Wohnungseinbruchs könne aufgrund der vagen Zeugenaussage nicht erhärtet werden, stellte Richter Mauritz Hagemann in seiner Urteilsbegründung abschließend fest.

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