Meinung

Eine neue Brücke am Halterner Walzenwehr ist ein schöner Luxus

Die Vorentscheidung für eine neue Steverbrücke fiel im März, jetzt bringt die Politik mit dem Finanzierungsbeschluss richtig Bewegung in das teure, aber attraktive Vorhaben.
Die Blaue Brücke am Walzenwehr ist derzeit gesperrt. Sie soll durch einen ähnlich aussehenden Neubau ersetzt werden. © Benjamin Glöckner

Die Blaue Brücke über die Stever am Walzenwehr ist ein elegantes Bauwerk, eine Bereicherung für Haltern am See und in ihrer Konstruktion ein Unikat. Dass sie schon nach 15 Jahren so große Ermüdungserscheinungen zeigt, findet die SPD „ungeheuerlich“ und wenn alle ehrlich sind, stimmt dieses Desaster niemanden froh. Nun ist sie hin – seit Monaten schon müssen Fußgänger und Radfahrer eine Umleitung über die Hullerner Straße nehmen, um den Stausee weiter umrunden zu können.

Sie fehlt! Nicht nur als Querungshilfe, sondern auch als besonderes Highlight Halterns mit phantastischem Blick auf Wasser rechts und links sowie als wichtige Verbindung zwischen Stadt und See.

Damals kostete die Brücke 475.000 Euro, heute mit rund 2,6 Millionen Euro ein Vielfaches und sogar schon rund 400.000 Euro mehr als nach der ersten Schätzung Anfang des Jahres. Das ist kein Pappenstiel.

Allerdings ist eine Brücke am Walzenwehr ein schönes Detail und eine emotionale Komponente in einem sonst homogenen Gesamtbild am Halterner Stausee. Sie bezieht als touristischer Hot-Spot schließlich auch die Interessen der Vor-Ort-Lebenden ein. Ja, sie ist Luxus und geht über das Notwendige hinaus. Und doch wäre es echt schade, wenn die Politik wegen einer Kosten-Explosion am Ende die Notbremse ziehen müsste.

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