Alle Teile des eingestürzten Windrades sind geborgen und werden abtransportiert. © Windpark AV 9
Windrad-Havarie

Eingestürztes Windrad in Haltern: Hunderte Liter Öl verseuchen Waldboden

Schreckensnachricht vom eingestürzten Windrad in Haltern: Nach der Bergung der Gondel am Mittwoch ist klar, dass gewaltige Mengen an Schmiermitteln in den Boden geraten sind.

Mehrere hundert Liter Getriebe- und Trafo-Öl haben den Waldboden am eingestürzten Windrad in Haltern-Lippramsdorf verunreinigt. Die Bodenschutzbehörde im Umweltamt des Kreises Recklinghausen hat am Mittwoch Sofortmaßnahmen eingeleitet.

„Das sieht nicht gut aus“, sagte Kreissprecherin Lena Heimers. Es stehe zu befürchten, dass die Menge der ausgelaufenen Schmiermittel sogar im vierstelligen Liter-Bereich liege und das Öl komplett ausgelaufen sei. Zum aktuellen Zeitpunkt sei hierzu noch keine endgültige Aussage möglich, so Heimers. Bislang handele es sich noch um erste Einschätzungen der Experten der Bodenschutzbehörde.

Experten verließen sich fälschlicherweise auf Füllstandsanzeige

Damit haben sich die Hoffnungen der Fachleute zerschlagen. Diese waren bislang davon ausgegangen, dass sich die Schmiermittel nach wie vor in der Gondel befinden, weil eine Füllstandsanzeige auf „voll“ gestanden hatte. Wie die Kreissprecherin aber am Mittwoch erläuterte, habe es sich dabei nicht um die richtige Anzeige gehandelt. „Es gibt viele Füllstandsanzeigen an einer Gondel“, sagte sie.

Krater abgedeckt – Grundwasserschäden angeblich nicht zu befürchten

Das Umweltamt hat unterdessen Sofortmaßnahmen eingeleitet. Zunächst wurde die verseuchte Fläche – ein 10 mal 15 Meter großer Krater – mit einer Plane abgedeckt. Damit soll vermieden werden, dass Regenwasser in den Boden eindringt und das Öl ins Grundwasser befördert.

Ein Bagger greift sich einen sogenannten Flügelflansch des Rotors. © Windpark AV 9 © Windpark AV 9

Der Kreis befürchtet aktuell auch keine Verunreinigung des Grundwassers. Heimers: „Das Grundwasser befindet sich in einer Tiefe von 25 Metern.“ Bis dahin könne das Öl nicht so schnell vordringen. Es werde vielmehr im Boden gebunden.

Bagger tragen kommende Woche den verseuchten Boden ab

Anfang kommender Woche sollen nach offiziellen Angaben die Bagger anrollen und den verseuchten Boden innerhalb weniger Tage abtragen. „Rund drei Meter tief werden die Bagger wohl graben müssen“, schätzt Lena Heimers. Vor Ort könne sich bei den laufenden Arbeiten aber immer noch ein anderes Bild ergeben, fügte sie hinzu. Nach dem Abtragen sei die Gefahr für Boden und Grundwasser dann aber gebannt.

Die Arbeiten am eingestürzten Windrad waren in den vergangenen beiden Tagen nicht geräuschlos, aber vor dem Schutz der Öffentlichkeit abgelaufen. Aus Sicherheitsgründen, so erklärten die beteiligten Unternehmen, wurde die Einsturzstelle in der Hohen Mark großräumig abgesperrt, vor dem Betreten des videoüberwachten Geländes wurde gewarnt.

Die Experten der beauftragten Firma Wörmann hatten die tonnenschwere Gondel und das Getriebe des Windrades im Windpark Haltern AV 9 am Mittwoch geborgen. Zuvor war die Baustelle in den vergangenen Wochen gesichert und freigeräumt worden.

Sämtliche Teile werden eingelagert und untersucht

Die Gondel- und Getriebeteile werden nun wie die anderen geborgenen Teile auch abtransportiert und eingelagert, erklärt die RAG Montan Immobilien, die den Windpark zusammen mit den Stadtwerken Haltern als Kooperationspartner betreibt. Dann werden die beauftragten Gutachter die Bauteile genau untersuchen. Derzeit kann nach Angaben der beteiligten Unternehmen noch keine Aussage zur Ursache des Windrad-Einsturzes gemacht werden. Auch ein exakter Termin, bis wann die Ergebnisse der Gutachten vorliegen, wird nicht benannt.

Das westliche der zwei, knapp 350 Meter auseinanderliegenden Windräder des Windparks Haltern AV9 war am Abend des 29. September eingestürzt.

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Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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