Meinung

Elektronische AU: Für eine erfolgreiche Umsetzung ist Zeit erforderlich

Die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (E-AU) ist verschoben worden. Ende des Jahres soll es aber soweit sein. Besonders den Ärzten wird einiges zugemutet.
Die Digitalisierung des "Gelben Scheins" läuft noch nicht nach Plan. © picture-alliance / dpa/dpaweb

Erkrankte Arbeitnehmer müssen spätestens am vierten Krankheitstag einen „Gelben Schein“ vorlegen. Das soll schon bald elektronisch geschehen. Wie schon bei der elektronischen Gesundheitskarte, die Jahre auf sich warten ließ, klaffen auch hier Wunsch und Wirklichkeit mächtig auseinander. Zu spüren bekommen das die Patienten und besonders die Ärzte.

Wieder einmal ist es die Technik, die dem Urheber des Plans – der Bundesregierung – einen Strich durch die Rechnung macht. Es ruckelt und klemmt an allen Ecken. Da muss noch viel geschraubt werden. Neben Ärzten stöhnen auch die Hersteller der für die E-AU erforderlichen Software über den sogenannten Konnektor – das Bindeglied zwischen Praxis und dem Gesundheitswesen. Die kleine Box zeichnet sich demnach durch regelmäßige Ausfälle aus.

Die Ärzte müssen dabei ausbaden, was von oberster Stelle viel zu kurzfristig angeordnet wurde. Wer bis Ende 2021 nicht über eine entsprechende Telematikinfrastruktur in seiner Praxis verfügt, wird mit Honorarabzügen bestraft.

Die elektronische Krankmeldung könnte sicher Erleichterungen bringen. Sie baut Bürokratie ab. Der Patient muss sich nicht mehr kümmern, weil der gesamte Vorgang automatisch läuft. Elektronische Verfahren müssen aber hinreichend vorbereitet und in der Praxis getestet worden sein, ehe sie endgültig zum Einsatz kommen. Dabei sind E-Gesundheitskarte und E-AU erst der Anfang der Probleme. 2022 kommt das E-Rezept.

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