Erbstücke-Verkauf bessert Rente auf

Flohmarkt

Schätze vom Dachboden aus Omas Zeiten, altes Porzellan, gestrickte und geklöppelte Handarbeiten aus dem vergangenen Jahrhundert bietet Waltraud Klammt auf dem Trödelmarkt am Wochenende in der Seestadthalle an. Finanziell ist dies für die Seniorin wichtig.

HALTERN

, 02.03.2015, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Waltraud Klammt nutzt den KReativ-Vintage-Flohmarkt in  Haltern, um sich ihre schmale Rente aufzubessern.

Waltraud Klammt nutzt den KReativ-Vintage-Flohmarkt in Haltern, um sich ihre schmale Rente aufzubessern.

Die gebürtige Halternerin gehört seit einigen Jahren zu den Stammanbietern des Kreativ-Vintage-Flohmarkts, den Veranstalter Rainer Zinke zweimal im Jahr in Haltern anbietet. Die Preise ihrer angebotenen Waren hat die weißhaarige alte Dame alle im Kopf. Selbst beim Einpacken von zerbrechlichem Porzellan in Zeitungspapier kann sie der jungen Kundin am Stand blitzschnell die Frage nach dem nötigen Geld für den kleinen Bilderrahmen beantworten.

Kaum verhandelbar

Kaum gesagt, hält ihr ein weiterer Kunde ein Bild mit Preisanfrage unter die Nase und erhält ebenso schnell die nur wenig verhandelbare gewünschte Auskunft. Für Waltraud Klammt bleibt kaum Zeit, sich auszuruhen, schon möchte ein Pärchen aus Lüdenscheid feinstes Porzellan bezahlen, um es sicher verpackt in Kisten und Tüten mit nach Hause zu nehmen.

Alle Versuche, den Preis nochmals zu drücken, scheitern. „Ich habe schon günstig kalkuliert“, sagt Walburga Klammt und am Lächeln der Frau mag sie auch abgelesen haben, dass die Ware wohl auch so ein „Schnäppchen“ für sie war.

Alte Erbstücke

„Ich muss meine schmale Rente aufbessern und meinen nach einem Unfall behinderten Enkel unterstützen“, sagt die 74-Jährige. An ihrem Stand – der Platz kostet 60 Euro – bietet sie größtenteils antike Stücke an. Selbst über 100 Jahre alte Erbstücke, vier Stühle und einen stabilen Holztisch ihrer Großeltern, versucht sie mithilfe von Fotos, an den Mann oder die Frau zu bringen. Für das Präsentieren der guten Stücke ist an ihrem Stand in der Seestadthalle kein Platz und es wäre ihr überdies auch zu schwer und teuer.

Seit 6.30 Uhr hat sie am Sonntag zunächst den Stand 1C gegenüber der Ladezone zwei der Halle eingerichtet, der Enkel hat sie mit ihrer Ware gebracht und am späten Abend auch wieder abgeholt.

Nächstes Jahr gern wieder

Seit neun Jahren versucht die Witwe, sich durch den Verkauf der eigenen Erbstücke und Teilen aus Haushaltsauflösungen über Wasser zu halten.

Wenn sie gesund bleibt und der kaputte Rücken es zulässt, will Walburga Klammt auch beim nächsten Flohmarkt im Herbst wieder in der Seestadthalle dabei sein. 

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