Über ein Jahr nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der Schmeddingstraße stehen die Ermittlungen kurz vor dem Abschluss. Ob es zu einer Anklage kommt, ist aber noch unklar.

Haltern

, 12.11.2018, 11:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Ermittlungen zu der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der Schmeddingstraße vor einem Jahr sollen in nächster Zeit abgeschlossen werden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Essen am Montag auf Nachfrage mit. Wann dies aber genau der Fall sein soll, ist noch unklar: „Wann und in welcher Weise das Verfahren abgeschlossen wird, steht noch nicht fest“, sagt die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Essen, Oberstaatsanwältin Anette Milk.

Alles hängt von der Beweislage ab

Derzeit stehe noch nicht fest, ob überhaupt eine Anklage erhoben werde, so Milk. Das hänge davon ab, wie die Dezernentin, die den Verfahrensabschluss erarbeitet, die Beweislage einschätze. „Nur, wenn ein hinreichender Tatverdacht besteht und eine Verurteilung als wahrscheinlich angesehen wird, wird eine Anklage erhoben“, so die Oberstaatsanwältin.

In dem Verfahren um die mutmaßliche Vergewaltigung gibt es laut Staatsanwaltschaft Essen mehrere Beschuldigte. Der Westdeutsche Rundfunk hatte vergangene Woche berichtet, dass alle Beschuldigten in Haltern lebten. Das sei laut Staatsanwaltschaft jedoch falsch, da nicht alle Beschuldigten in Haltern lebten oder aus Haltern stammen würden. Nähere Angaben zu den Personen wollte Milk nicht machen: „Wir wollen da derzeit noch nicht mehr zu den Personen sagen, wir sind da zur Zurückhaltung verpflichtet.“

Am 1. September 2017 soll eine damals 40-Jährige aus Herne nach einem Bar-Besuch beim Heimatfest mit einem 22-Jährigen in die Asylunterkunft an der Schmeddingstraße gegangen sein. Dort soll es zu schweren sexuellen Übergriffen gekommen sein. Damals sprach die Staatsanwaltschaft von „deutlichen Zeichen für ein Sexualdelikt“. Einen Monat nach der Tat hatte die Staatsanwaltschaft gesagt, dass die Betroffene Zeit brauche, um das Geschehene zu verarbeiten und detaillierte Angaben zu Tathergang und Verdächtigen machen zu können.

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