Ernst-Lossa-Haus: Neue WG muss mit Einzug noch warten

hzUmbauverzögerung

Im Sommer wollte das Ernst-Lossa-Haus eine neue betreute Wohngemeinschaft eröffnen. Doch daraus wird erst mal nichts. Die Pläne sind ins Stocken geraten. Die Beteiligten bleiben am Ball.

Haltern

, 02.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu Beginn dieses Jahres stand es eigentlich fest: Im Sommer kann eine weitere betreute Wohngemeinschaft des Ernst-Lossa-Hauses in einem eigens für diese Zwecke angemieteten Haus an der Drususstraße bezogen werden. Der Mietvertrag war bereits abgeschlossen, die Umbaumaßnahmen organisiert. Doch dann kam Corona. Mit dem behördlich angeordneten Shutdown stockte die Umsetzung der Pläne – nicht aber das Engagement der Beteiligten.

Leben auf eigenen Füßen

Die zukünftigen Bewohner der gemischten Wohngruppe stehen mittlerweile fest. Vier der fünf WG-Mitglieder sind zwischen 20 und 30 Jahren alt, die älteste im Bunde ist 60. Sie alle ziehen zum ersten Mal von zu Hause aus und wagen damit den Sprung in ein selbstständiges Leben, ohne ihre Eltern. Dementsprechend aufgeregt sind sie.

Zurzeit beschäftigen sie Fragen, wie sie jeder hat, der vor der Aufgabe steht, sein neues Heim zu gestalten: Wie richte ich mich ein, was nehme ich mit und - besonders wichtig - welches der Zimmer im neuen Haus wird meines?

Viel Engagement

Die Fragen nach der Gestaltung betreffen natürlich auch die Gemeinschaftsräume des 160 Quadratmeter großen Hauses und die Außenanlagen. Besonders der 500 Quadratmeter große Garten hat es allen angetan. „Hier soll eine Wildblumenwiese hin,“ schlägt einer der jungen Männer vor, „damit sich hier auch Bienen und andere Insekten wohlfühlen können.“ Hier soll später die Natur ihren Platz finden. Auch ein Insektenhotel wollen sie bauen.

Einzug nach dem Umbau

Bis es aber soweit ist, müssen erst einmal die baulichen Maßnahmen abgeschlossen sein. „Die könnten nach heutigem Stand der Dinge noch etwas dauern,“ erklären Anne Stock, pädagogische Leitung des hauseigenen ambulanten Dienstes des Ernst-Lossa-Hauses und Vorstandsmitglied Thilo Wichmann.

Die Corona-bedingten Verzögerungen sind aber nicht das einzige Problem. Wie viele andere Unternehmen sucht auch das Ernst-Lossa-Haus derzeit nach weiteren Mitarbeitern. „Unsere Bewerbungen haben wir breit gestreut. Wir suchen sowohl examinierte Fachkräfte, Erzieher und Heilerziehungspfleger, als auch Hauswirtschaftskräfte. Es besteht zwar kein akuter Mangel an Mitarbeitern, aber wir würden uns über weitere geeignete Anfragen sehr freuen,“ sagt Thilo Wichmann.

Soziale Teilhabe

Durch die innenstadtnahe Lage hat das neue Wohnhaus ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen betreuten Wohngruppen. „Genau so sollte soziale Teilhabe aussehen. Geschäfte, Cafes und andere Einrichtungen sind fußläufig schnell zu erreichen und die Bewohner werden Teil des ganz normalen, öffentlichen Lebens,“ betont Anne Stock. „In vielen Städten liegen Einrichtungen dieser Art in Randgebieten. Nicht so in Haltern!“

Im August findet ein Treffen der künftigen Bewohner statt. Auch wenn das Haus dann immer noch nicht fertig sein wird, so freuen sich schon jetzt alle darauf, sich endlich kennen zu lernen. Auf dem Programm steht ein gemütlicher Abend und im Anschluss ein Pizza-Essen im Garten. Das Wetter wird hoffentlich gut sein. Die Stimmung ist es auf jeden Fall.

Bei Interesse an einer Mitarbeit, Kontakt unter: Tilo Wichmann, Tel. (02364) 9300713, oder Anne Stock: Tel. (02364) 9300717.

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