Experten erheben Bodendaten in Haltern - auch auf privaten Flächen

Geologischer Dienst

Mitarbeiter des Geologischen Dienstes in NRW werden von August bis Dezember Arbeiten in Haltern durchführen. Warum sie für die Untersuchungen auch fremde Grundstücke betreten dürfen.

Haltern

, 30.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Bohrhelfer in Aktion.

Ein Bohrhelfer in Aktion. © Geologischer Dienst NRW

Bodenkundler des Geologischen Dienstes erfassen in NRW die Vielfalt, die Eigenschaften und die räumliche Verbreitung der Böden. Von August bis Dezember haben die Experten auch Untersuchungen in Haltern am See und anliegenden Kommunen geplant.

Um den Boden nachhaltig nutzen und schützen zu können, müssen seine Eigenschaften und die daraus resultierenden Standortbedingungen bekannt sein. Der Geologische Dienst NRW erhebt und bewertet landesweit Daten nach einheitlichen Standards unter anderem zu Bodentypen, Ausgangsgesteinen der Bodenentwicklung, Bodenarten, Grundwasser- und Staunässeverhältnissen und Nährstoffhaushalt.

Bestandsaufnahme des Bodens und des Untergrundes

„Aus den Daten leiten wir zahlreiche Auswertungen ab, zum Beispiel zum Wasserspeichervermögen, zur effektiven Durchwurzelungstiefe, zu schutzwürdigen Böden. Für die Anwendung – beispielsweise in der Land- und Forstwirtschaft – bereiten wir sie kundenorientiert in Informationssystemen auf“, erklärt Dipl.-Geologin Dr. Bettina Dölling vom Geologischen Dienst in NRW. Regionale Untersuchungen, wie die geplanten in Haltern, dienten der allgemeinen Bestandsaufnahme des Bodens und des Untergrundes.

„Mit einem Bohrstock, der in den Boden eingeschlagen wird, begutachten unsere Fachleute bis in eine Tiefe von zwei Metern den Boden. Dadurch wird der Aufbau des Bodens sichtbar und auch welche Eigenschaften ihn und dadurch den Standort für die Bewirtschaftung maßgeblich prägen: Ist der Boden sandig, lehmig oder tonig? Handelt es sich um einen Boden, der dauerhaft durch Grundwasser oder wechselhaft durch Niederschlagswasser beeinflusst wird? Welche Nährstoffversorgung ergibt sich aus dem Ausgangsmaterial der Bodenbildung, d. h. wie gut sind die Tiefen des Bodens von sich aus mit Nährstoffen versorgt?“, erklärt sie.

Je nach Gegebenheiten wird etwa alle 80 bis 100 Meter eine Bohrung niedergebracht - bei über 2.700 Hektar Fläche eine schweißtreibende Arbeit. Dölling: „Darüber hinaus legen unsere Fachleute repräsentative Profilgruben an, um die Beschreibung der Böden zu verfeinern und die Kartierung durch Proben abzusichern. Im Labor werden anschließend zum Beispiel Basensättigung und Korngrößen bestimmt.“

Ein Mitarbeiter legt eine Profilgrube an.

Ein Mitarbeiter legt eine Profilgrube an. © Gelologischer Dienst NRW

In Bodenkarten werden Gebiete mit ähnlichen Bodentypen, Ausgangsgesteinen und Körnungen zusammengefasst und mit bestimmten Farben und Kürzeln gekennzeichnet. Die Karten der bodenkundlichen Landesaufnahme sind wichtige Grundlagen für die Beratung von Landwirten, werden verwendet in der Planung auf regionaler und überregionaler Ebene und dienen als Handlungsgrundlage der Landesverwaltung zum Beispiel zu Belangen des Naturschutzes.

Nicht innerhalb von Wohngebieten

Grundstückseigentümer haben den vom Geologischen Dienst NRW beauftragten Personen das Betreten ihrer Grundstücke, mit Ausnahme von Wohngebäuden sowie die Vornahme der genannten Außenarbeiten jederzeit zu gestatten. „Natürlich sind wir nicht innerhalb von Wohngebieten, sondern auf großen acker- oder gartenbaulich genutzten Flächen im Einsatz“, erklärt Dr. Bettina Dölling.

Die durch Dienstausweise mit Lichtbild sich ausweisenden Beauftragten des Geologischen Dienstes NRW werden auf die landwirtschaftlichen Belange und die derzeitige Nutzung der Grundstücke weitgehend Rücksicht nehmen. Es wird gebeten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihren Aufgaben zu unterstützen.

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