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Experten rieten in Haltern: „Allergien müssen so schnell wie möglich behandelt werden“

Allergie-Mobil

Experten sprechen längst von der Volkskrankheit Allergie. Ein Team des Deutschen Allergie-und Asthmabunds gab Allergikern am Montag in Haltern wichtige Tipps zu dieser Erkrankung.

Haltern

, 15.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Experten rieten in Haltern: „Allergien müssen so schnell wie möglich behandelt werden“

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund machte mit seinem Allergie-Mobil am Alten Rathaus Station. © Ingrid Wielens

Seit 20 Jahren ist das Allergie-Mobil auf Tour. Die Inhalte haben sich mitunter in all den Jahren verändert. Fragen zur Ernährung und zur Verträglichkeit von Lebensmitteln stünden heute oft im Fokus der Verbraucher, sagt Christa Spinne vom Deutschen Allergie- und Asthmabund. Mit einem Expertenteam und jeder Menge Informationen gastierte das Allergie-Mobil am Montag auf dem Alten Markt in Haltern. Das Angebot wurde von den Halterner Bürgern rege in Anspruch genommen.

„Kaum noch ruhige Phasen für Allergiker“

Der Pollenflug ist nach wie vor das große Thema. „Allergiker haben inzwischen kaum noch eine ruhige Phase“, erklärt Ökotrophologin Christa Spinne. Die Vegetationszeiten hätten sich deutlich verlängert. Dazu habe auch der Klimawandel beigetragen. Besonders schwer hätten Allergiker es im vergangenen Jahr gehabt. Denn aufgrund des lange ausgebliebenen Regens sei der Pollenflug zudem auch nicht unterbrochen worden. Doch auch in diesem Jahr klagten viele Patienten bereits wieder über eine extrem große Pollen-Belastung.

Birke löst am häufigsten Beschwerden aus

Zurzeit ist es die Birke, die den Allergikern schwer zusetzt. Generell sind es ganz besonders die Pollen dieses Baums, unter denen Allergiker stark leiden. Aber auch Hasel, Weise und Erle sorgen für Beschwerden. Im Jahresverlauf sind es dann die Gräser, deren Pollen allergische Reaktionen auslösen. Die Heuschnupfen-Patienten klagen über Niesattacken, Husten, Atemnot, tränende und juckende Augen und über Schlaflosigkeit.

Dreijährige Hyposensibilisierung nicht abbrechen

„Allergische Beschwerden müssen möglichst frühzeitig bekämpft werden“, betont Christa Spinne. Denn aus dem mehr oder weniger harmlosen Heuschnupfen kann Asthma werden. „Bei 30 Prozent der Pollenallergiker entwickelt sich im Verlauf der Erkrankung ein Asthma bronchiale“, weiß die Fachfrau. Heuschnupfen werde von vielen Menschen unterschätzt.

Christa Spinne empfiehlt Pollen-Allergikern die Einnahme sogenannter Antihistaminika. Auch Augentropfen mit speziellen Wirkstoffen könnten hilfreich sein. Nicht zuletzt sei eine Hyposensibilisierung im Rahmen einer Therapie mit Spritzen oder mit Tabletten und Tropfen ratsam. Die Immuntherapie wird in der Regel drei Jahre lang durchgeführt. Wichtig dabei: Der Patient muss sie bis zum Ende durchziehen. Spinne: „Viele brechen die Therapie ab, sobald sich erste Anzeichen einer Linderung einstellen“, weiß Christa Spinne. Dann stelle sich aber kein langfristiger Erfolg ein. Grundsätzlich liege die Erfolgsquote der Hyposensibilisierung bei etwa 90 Prozent.

Wenn Obst Kribbeln, Jucken oder gar Luftnot auslöst

Auch zum Thema Kreuzallergien wurden in Haltern viele Fragen gestellt. „Bei bis zu 60 Prozent aller Pollen-Allergiker entwickeln sich nach Jahren sogenannte pollenassoziierte Kreuzreaktionen“, führt die Ökotrophologin aus. Das Immunsystem erkenne dann plötzlich Ähnlichkeiten zu anderen allergieauslösenden Strukturen in Lebensmitteln. Kern- und Steinobst löse dann beispielsweise plötzlich ein Anschwellen der Schleimhäute, Lippen und Zunge aus. Andere Symptome könnten eine laufende Nase, Augenjucken, Magen-Darm-Beschwerden und asthmatische Beschwerden bis hin zur Luftnot sein. Christa Spinne hebt auch in diesem Zusammenhang die enorm große Bedeutung einer detaillierten und allergologisch versierten Diagnostik hervor. Erst dann könne die Therapie individuell auf den Patienten zugeschnitten werden und von Erfolg gekrönt sein.

Weitere DAAB-Angebote

Hotline für Ratsuchende und Webseite

Die Allergie-Mobile des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) absolvieren bundesweit rund 250 Termine jährlich. Fragen zu Allergien auf Pollen, Nahrungsmittel, Hausstaubmilben, Duftstoffe, zu Asthma, Neurodermitis, Laktose, Fruchtzucker, Gluten und Co. nehmen nach Aussage des Patientenverbands stetig zu. Interessante Informationen sind auch auf der Internetseite www.daab.de zu bekommen. Eine Hotline für Ratsuchende ist montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr unter Tel. (02166) 647 88 88 geschaltet.
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