Die „Möwe“ ist vielen als Ausflugsschiff bekannt. Ob sie auch im kommenden Jahr noch auf dem See fahren wird, scheint ungewiss. © Elke Rüdiger (A)
Freizeitvergnügen am See

Fahrgastschiff : Stadtwerke Haltern wollen sich um Konzession bemühen

Die Stadtwerke Haltern können sich offenbar den Betrieb eines Fahrgastschiffes auf dem Halterner Stausee vorstellen. Das Unternehmen will sich um eine Konzession bemühen.

Seit Jahrzehnten schippern Halterner und Touristen mit der „Möwe“ über den Stausee. Betreiber des Ausflugsschiffs ist seit 2004 die „Wolff & Schulz GbR“. Doch zum 31. März 2022 endet das Vertragsverhältnis zwischen Stadt und Betreiber. Die Konzession soll per Ausschreibung offenbar neu vergeben werden. Die Stadtwerke zeigen sich interessiert.

„Es gibt bei uns erste Überlegungen, dass wir uns um den Pachtvertrag bewerben. Dies haben wir auch dem Aufsichtsrat so mitgeteilt“, teilt Thomas Liedtke, Unternehmenssprecher der Stadtwerke Haltern, auf Anfrage unserer Redaktion mit. Man könne sich demnach vorstellen, einen regelmäßigen Linienbetrieb auf dem Stausee zu etablieren. Liedtke: „Freizeit ist ein wichtiges Standbein unseres Dienstleistungsangebotes für die Stadt Haltern am See. Wir glauben daher, dass der Betrieb eines Fahrgastschiffes auf dem heimischen Stausee sehr gut in unser Portfolio passt.“

Modernes, elektrisch betriebenes Boot

Eine Übernahme der „Möwe“ scheint dabei in den Überlegungen keine Rolle zu spielen. „Über das Boot gab es bisher keine Gespräche mit den aktuellen Betreibern. Wir sehen vielmehr die Möglichkeit, ein energetisches Modellprojekt zu realisieren, indem wir in ein modernes, elektrisch betriebenes Boot investieren“, erklärt Sprecher Thomas Liedtke. Die Batterien könnten zu Zeiten geladen werden, in denen Strom im Überfluss vorhanden ist – zum Beispiel nachts. Im Winterhalbjahr wäre es dann möglich, den so gespeicherten Strom tagsüber – wenn mehr Strom gebraucht wird – wieder ins Netz einzuspeisen. Liedtke: „Damit würde das Boot auch die Umwelt schonen.“

Ein solches Schiff könnte, so Liedtke weiter, könne auch für Fest- und Firmenveranstaltungen angeboten werden – ähnlich wie die „MS Günther“ in Münster. Auch Trauungen sollen möglich sein. Es sei jedoch noch viel zu früh, um sich über Preise für Fahrten oder sonstige Details Gedanken zu machen. „Darüber werden wir nachdenken, wenn wir die Konzession haben. Aktueller Stand ist es, dass wir die Wirtschaftlichkeit eines solchen Projektes kalkulieren.“

Eine Umsetzung werde es nur dann geben, wenn ein wirtschaftlicher Betrieb möglich ist. „Darin ist sich unsere Geschäftsführung mit dem Aufsichtsrat und dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Bürgermeister Andreas Stegemann, einig.“ Auch die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie werde man bei der Fortführung des Projektes im Auge behalten.

Zeitgemäß und umweltverträglich

Eine mögliche Veränderung im Hinblick auf den Betrieb eines Fahrgastschiffes auf dem Halterner Stausee soll laut Stadtverwaltung zunächst im politischen Rahmen diskutiert werden. „Dann wird es auch die Möglichkeit geben, sich zu bewerben“, teilt Sophie Hoffmeier von der Pressestelle der Stadt mit. „Als Stadt sind wir natürlich daran interessiert, dass es auch weiterhin ein Boot auf dem See gibt. Dieses sollte zeitgemäß und umweltverträglich sein.“

Günther Schulz, einer der Gesellschafter der Betreiberfirma der „Möwe“, wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht zum Thema äußern.

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte
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