Auf ihrem Rundkurs durch Haltern kam die Tour auch am Siebenteufelsturm vorbei. © Jürgen Wolter
Verkehrswende

Fahrraddemo in Haltern: Teilnehmer fordern fahrradfreundliche Politik

Die Tour de Verkehrswende machte am Sonntag Station in der Seestadt. In Essen gestartet fahren die Teilnehmer bis nach Berlin, um für eine fahrradfreundliche Politik zu demonstrieren.

Am Sonntagnachmittag ging es vom Westuferpark aus rund 13 Kilometer durch die Halterner Innenstadt: Die „Tour de Verkehrswende“ machte am frühen Abend in der Seestadt Station. 35 Radfahrer waren am frühen Morgen in Essen zur ersten Etappe der Tour aufgebrochen, die am 2. September in Berlin enden wird.

Mit der Fahrraddemo von Essen nach Berlin wollen die Teilnehmer zeigen, dass die Verkehrswende möglich und machbar ist. Als Teil der bundesweiten Protestaktion „Ohne Kerosin nach Berlin“ werden insgesamt Hunderte von Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland unterwegs sein.

Mit dem Eiffelturm unterwegs in Haltern: Florian Keiner, Organisator der Tour.
Mit dem Eiffelturm unterwegs in Haltern: Florian Keiner, Organisator der Tour. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Im Westuferpark legten die Teilnehmer eine Rast ein. Hier gesellten sich Halterner Mitglieder des ADFC, der Initiative Haltern fahrradfreundlich und der Initiative für die Stever-Lippe-Passage zu den Tourteilnehmern. Arno Huesmann vom ADFC begrüßte die Teilnehmer im Westuferpark und sicherte ihnen die Unterstützung ihrer Ziele vor Ort in der Seestadt zu.

Klimafreundlichen Radverkehr in Haltern fördern

Begleitet von der Polizei drehten alle gemeinsam eine Schleife durch die Halterner Innenstadt. „An neuralgischen Punkten haben wir Plakate aufgehängt, um darauf aufmerksam zu machen, wo in Haltern mehr für die Radfahrer getan werden kann“, so Adalbert Pollerberg von Haltern fahrradfreundlich.

Zusammen mit den Halterner Teilnehmern machten sich rund 50 Radfahrer auf die Tour durch die Seestadt.
Zusammen mit den Halterner Teilnehmern machten sich rund 50 Radfahrer auf die Tour durch die Seestadt. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Auch in Haltern soll der klimafreundliche und gesundheitsfördernde Radverkehr gestärkt werden. Deshalb unterstützten die Verbände und Initiativen vor Ort die Tour. „Wir wollen zeigen, dass mehr für die Verkehrswende getan werden kann und sollte“, so Adalbert Pollerberg. Im Anschluss an die Tour warteten bei Gilwell St. Ludger Erfrischungsgetränke auf die Tourteilnehmer.

Pünktlich zum Bundestagswahlkampf 2021 fahren die Teilnehmer der Tour de Verkehrswende in 13 Etappen nach Berlin und setzen die Themen Mobilität und Klimaschutz auf die bundespolitische Agenda. Die „Tour de Verkehrswende“ fährt unter dem Motto „Wir bringen Paris nach Berlin“, denn die Politik der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo zeige: „Die klima- und menschenfreundliche Verkehrswende ist politisch möglich und praktisch umsetzbar“, so Pressesprecherin Ragnhild Sörensen. „Seit 2014 wird die französische Hauptstadt in großen Teilen nachhaltig umgestaltet. Um die Feinstaub- und Lärmbelastung zu reduzieren und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, wird der Ausbau von Fuß- und Radwegen deutlich vorangetrieben und große Bereiche des Zentrums für Menschen geöffnet und für den Autoverkehr gesperrt.“

Die Polizei begleitete die Tour auf allen Etappen.
Die Polizei begleitete die Tour auf allen Etappen. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Auch für deutsche Städte und Gemeinden fordern die Organisatoren der Tour einen solchen Strukturwandel in der Mobilitätspolitik. Weil die Zukunft ihrer Meinung nach dem Fuß- und Radverkehr sowie dem ÖPNV gehört. „Auch in Deutschland gilt: Mit dem Fahrrad lassen sich Wahlen gewinnen“, so die Organisatoren.

Fahrradanhänger mit einem Eiffelturm

Unter den Teilnehmern ein komplett verkleidetes Velomobil und ein Fahrrad mit einem Eiffelturm-Anhänger. „Den fahren wir nach Berlin, um die Pariser Ziele in die deutsche Hauptstadt zu bringen“, so Tour-Organisator Florian Keiper, der selbst das Turm-Fahrrad fuhr.

Auch Anna-Laura Schnieber vom Servieteam der HZ fuhr die erste Etappe von Essen nach Haltern mit.
Die Verkehrswende Tour startete im Westuferpark. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Ein Fahrradweg am Schüttenwall, eine Fahrradschleuse vor der Ampel der Holtwicker Straße oder eine direkte Verbindung von der Recklinghäuser Straße in die Innenstadt: Das sind einige Ideen der Halterner Initiativen, wie man das Fahrradfahren in Haltern erleichtern und sicherer machen könnte. Die Initiative Haltern fahrradfreundlich hat sie zusammengetragen.

Die Verkehrswende Tour startete im Westuferpark.
Die Verkehrswende Tour startete im Westuferpark. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Am kommenden Freitag, 27. August, ist ein weiterer Fahrradkorso nach Haltern unterwegs unter dem Motto „Ohne Kerosin nach Berlin“. Er lädt um 18 Uhr zu einer Diskussion über die Zukunft der Ressource „Wasser“ ins blaue Klassenzimmer an der Stever ein.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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