Falsche Polizisten und Kriminalbeamte drohen Halterner am Telefon mit „Rache“

hzBetrugsmasche

Falsche Polizisten haben versucht, den Halterner Gerd Hartwig hereinzulegen. Als er sich mit der echten Polizei in Verbindung setzte, drohte die vermeintliche Kriminalpolizei ihm mit Rache.

Haltern

, 21.02.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war Sonntagabend gegen 22.40 Uhr, als Gerd Hartwigs Telefon klingelte. „Es meldete sich jemand, der sagte: ‚Hier ist die Polizei, mein Name ist König‘“, erinnert sich der Halterner. Derselbe Name war am selben Abend auch in Dülmen gefallen, als falsche Polizeibeamte von Sonntag bis Montagmorgen in 29 Fällen versuchten, Anwohner hereinzulegen.

Man habe gerade ein Fahrzeug am Breitenweg kontrolliert. Der Fahrer habe einen Zettel mit dem Namen und der Adresse von Gerd Hartwig dabei gehabt, sagt der Anrufer zu dem Halterner. „Er fing an, mich zu warnen, man müsse aufpassen“, sagt Hartwig. „Er hat keine Forderungen gestellt. Nichts gesagt, was man machen soll.“ Als er den vermeintlichen Beamten fragte, ob er den ominösen Zettel an sich genommen habe, und er das verneinte, war für Hartwig klar: Hier handelt es sich um einen Betrüger. Hartwig informierte die echte Polizei.

„Er sagte, jetzt müsse ich mit Rache rechnen“

Am Montagmorgen meldet sich der vermeintliche Beamte wieder. Gerd Hartwigs Frau nimmt den Hörer ab, sagt, dass ihr Mann nicht zu Hause ist. Die Frage, ob ihr Mann die Polizei informiert habe, bejaht sie. Als Gerd Hartwig später wieder zu Hause ist, meldet sich jemand, der sich als Kriminalpolizist ausgibt. „Er sagte, was ich denn eigentlich bloß gemacht hätte, jetzt müsste ich mit Rache rechnen. Und legte auf“, sagt Hartwig.

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„Ich lasse mich auf sowas überhaupt nicht ein“, sagt er. Auf diese Tricks werde in der Presse immer wieder hingewiesen. „Ich verstehe nicht, dass da immer noch Leute drauf reinfallen, die bereit sind, ihr Geld und ihren Schmuck abzugeben. Das ist ja ähnlich wie beim Enkeltrick“, sagt Hartwig.

Anrufe der Betrüger entsprechen keinem Muster

Knapp zehn Fälle wurden der Polizei in den letzten zwei Wochen aus Haltern gemeldet. Das sei mit den 29 Fällen am letzten Wochenende in Dülmen nicht vergleichbar, sagt Michael Franz, Pressesprecher der Polizei in Recklinghausen. „Es wechselt auch stetig. Mal gibt es eine stärkere Belastung in einer Stadt, dann wieder in der anderen. Man kann nie so ein richtiges Muster erkennen.“

Zu den Drohungen sagt Franz: „In der Regel sitzen die Anrufer möglicherweise in der Türkei“, sagt Franz. „Man sollte sicherlich Anzeige erstatten.“ Fälle, in denen Leute direkt angegangen worden seien, habe die Polizei Recklinghausen noch nicht registriert.

„Die Polizei ruft nicht mit der 110 an und fordert Bürgerinnen und Bürger schon gar nicht dazu auf, Geld oder Schmuck vor die Tür zu legen, damit die Polizei das abholen kann“, sagt Franz. Sobald ein Telefongespräch sich in die Richtung entwickele, was für Wertgegenstände jemand zu Hause hat, solle man auflegen und die richtige Polizei anrufen, so Franz.

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