Meinung

FEG: Besondere Projekte verlangen auch besondere Fürsorge

Die Flächenentwicklungsgesellschaft (FEG) macht wenig Aufhebens von ihrer Arbeit und hat doch drei besondere Joker im Ärmel. Ein Kommentar dazu.
Seitlich der Fahrradständer, auf dem heutigen Pendlerparkplatz, soll unter anderem ein Facharztzentrum entstehen. © Bludau

Vor der Kommunalwahl lautete auf einer Podiumsdiskussion die steile These, Haltern werde bei der Stadtentwicklung von Investoren vor sich her getrieben. Große Wohnkomplexe, die das Stadtbild verändern, waren der Auslöser für diese bissige Kritik. Bauunternehmer hat das sehr verärgert. Doch die Stadt nutzt durchaus Möglichkeiten, selbst in den Grundriss Halterns einzugreifen: 2018 gründete sie mit breiter Zustimmung der Politik die Flächenentwicklungsgesellschaft als Tochter der Stadtwerke.

Als Entwickler von modernen Quartieren „angelte“ diese sich am Schüttenwall und an der Annabergstraße besondere Filetgrundstücke, auf die auch Investoren geschielt hatten. Hier sollen – was bislang nicht öffentlich bekannt war – optisch interessante und für Bürger durchaus nutzbringende Projekte entstehen. Dass sogar Architektenwettbewerbe ausgelobt werden, kann als ein Zeichen dafür gewertet werden, dass die FEG tatsächlich Stadtentwicklung im Interesse der Bürger im Blick hat. Bei manchen Einheitsgebilden in Siedlungen beschleicht die Halterner eben doch das Gefühl, dass ihre Stadt austauschbar geworden ist. Natürlich wird auch die FEG groß und profitabel arbeiten wollen. Aber sie steht in einer anderen, gemeindlichen Verpflichtung.

Die SPD hielt es damals für einen Fehler, diese Stadtwerke-Tochter statt einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft als Regulativ für bezahlbaren Wohnraum zu gründen. Das wäre jetzt die Erwartungshaltung an die FEG, dass sie einen klaren Rahmen setzt, damit Haltern nicht an Profitgier und überhöhten Preisen erstickt.

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