Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nach dem Brand an der Münsterstraße mit einem Toten durfte die Polizei lange nicht ins eingesturzgefährdete Haus. Jetzt ist es gesichert, aber die Bewohner können vermutlich nichts retten.

Haltern

, 21.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Am 8. Mai brannte das Dachgeschoss eines dreistöckigen Hauses an der Münsterstraße, der 63 Jahre alte Bewohner kam als Folge durch eine Rauchvergiftung ums Leben, drei weitere Bewohner verloren ihre Bleibe.

Die Ursache ist nach wie vor ungeklärt, denn das 1905 gebaute, jetzt einsturzgefährdete Haus musste erst abgesichert werden. Das ist inzwischen geschehen.

„An einem der nächsten Tage wird ein Brand-Sachverständiger mit der Polizei ins Dachgeschoss gehen und versuchen zu ermitteln, was den Brand ausgelöst hat“, erklärte Polizeisprecher Michael Franz auf Nachfrage am Dienstag. Die drei Bewohner aus den beiden anderen Wohnungen müssen schon jetzt erkennen: Es gibt vermutlich nichts zu retten.

Erfüllt von Dankbarkeit über den Zuspruch

Irene und Jürgen Eisenblätter haben nach dem verheerenden Brand an der Münsterstraße alles verloren. In ihrer Eigentumswohnung im ersten Geschoss hat - so die Einschätzung der Feuerwehr - das Löschwasser Hab und Gut vernichtet. In ihrem Unglück erhielten die Eheleute viel Zuspruch und sind deshalb erfüllt von Dankbarkeit.

So sehr, dass sie am Dienstag eine Anzeige in der Halterner Zeitung aufgaben. Darin bedanken sie sich bei den Bürgern für die große Hilfsbereitschaft und die umfangreichen Spenden sowie bei der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk für deren Einsätze an der Münsterstraße. „Wir sind von diesem Mitgefühl überwältigt“, schreiben sie.

Bislang konnte das Ehepaar noch nicht zurück in die Wohnung, um nach verwertbaren Überresten zu suchen. Irene und Jürgen Eisenblätter (75 und 77 Jahre) geben die Hoffnung nicht auf, doch noch etwas aus ihrem alten Leben zu finden. Eine Bleibe fanden sie vorübergehend in einer Ferienwohnung an der Mühlenstraße, gerade zogen sie in die nächste Ferienwohnung. „Es ist nicht einfach, kein Zuhause mehr zu haben. Wir hoffen aber, dass wir jetzt etwas zur Ruhe kommen“, sagte Irene Eisenblätter.

„Ich bin so erstaunt, wie lieb alle sind“

Dass sie mit ersten notwendigen Sachen wie Kleidung beispielsweise versorgt sind, darum kümmerten sich Kirsten Kröger, die Tochter der Bewohnerin aus dem Erdgeschoss, und deren Freundin Petra Oelsner. Viele Spendenwillige meldeten sich. „Es wird ganz viel Hilfe angeboten, ich bin so erstaunt, wie liebe alle sind“, sagte Kirsten Kröger, die mit ihrer Familie in Marl wohnt, gegenüber der Halterner Zeitung. „Das macht mich sehr glücklich.“

Ihre Mutter, Helga Grabowski, war bei Ausbruch des Brandes am Morgen des 8. Mai mit Hausschuhen an den Füßen und der Kleidung, die sie gerade trug, aus dem dreigeschossigen Haus gestürmt. Auch ihr blieb nichts. Helga Grabowski zog zunächst zu ihrer Tochter, jetzt wohnt sie in einer Ferienwohnung an der Straße Zu den Mühlen.

Das Ereignis nimmt die Bewohnerin sehr mit

Der 65-Jährigen geht es seelisch nicht gut. Die Ereignisse haben sie sehr mitgenommen, sie grübelt, weint und kann nachts nicht schlafen. „Alles, was sie sich mühselig für eine schöne Ausstattung ihrer Wohnung erspart hatte, ist weg“, sagt Kirsten Kröger. Für ihre Mutter sei es überhaupt schwierig, die Geschehnisse zu realisieren und einen Weg zu finden, damit umzugehen. Einziger Lichtblick gerade: Zum 1. August hat sie eine neue Wohnung in Aussicht.

Lesen Sie jetzt

Verkehr

Die Münsterstraße in Haltern ist nach Hausbrand wieder komplett befahrbar

Fast zwei Wochen nach einem Wohnungsbrand mit einem Todesopfer ist die Münsterstraße in Haltern am Montag wieder freigegeben worden. Schilder für ein neues Tempolimit werden aufgestellt. Von Kevin Kindel

Lesen Sie jetzt