Vom Flohmarktfan zur Unternehmerin: Halternerin gründete Kleiderwirbel und Design Gipfel

hzKleiderwirbel und Design Gipfel

Mit einem Stand in Lünzum fing vor über 30 Jahren alles an. Mittlerweile hat die Halternerin Katherina Lindenblatt ihr Hobby zum Beruf gemacht: den Kleiderwirbel und den Design Gipfel.

Haltern

, 21.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Katherina Lindenblatt von ihrem Job spricht, dann merkt man schnell, dass ihre Arbeit für die Halternerin mehr als nur das ist. Der Münsteraner Kleiderwirbel feiert in diesem Jahr seinen siebten Geburtstag. Den Design Gipfel, der vor neun Jahren seine Premiere in Münster hatte, gibt es mittlerweile auch im Dortmunder Depot und in Essen auf der Zeche Zollverein.

Mehrmals im Jahr gehen in der Mensa am Ring in Münster gebrauchte Hosen, T-Shirts, Röcke und Hosen über die zu Ladentheken umfunktionierten Klapptische, beim Designgipfel verkaufen kreative Köpfe Bilder, aus Lkw-Planen genähte Taschen oder handgefertigten Schmuck. Die, die sie alle zusammenbringt, ist Katherina Lindenblatt. „Ich bin schon seit meiner Kindheit großer Flohmarktfan“, sagt die Halternerin. Dabei hat alles vor über 30 Jahren eher beschaulich angefangen. Im Trigon.

Vom Flohmarktfan zur Unternehmerin: Halternerin gründete Kleiderwirbel und Design Gipfel

Der Kleiderwirbel © Vanessa Jansen

Ein Stand an der Dorfstraße in Lünzum

„Nachdem ich im Trigon mein altes Spielzeug verkauft und das Geld direkt in neues investiert hatte, war ich von dem Prinzip Flohmarkt begeistert“, sagt Katherina Lindenblatt. „In Lünzum, wo ich aufgewachsen bin, machten darauf hin die Nachbarskinder und ich einen Stand an der Dorfstraße, um weiteres Spielzeug zu verkaufen. Leider erfolglos, denn unser Dorf hatte nur 50 Einwohner.“ Als Teenagerin stand sie auf dem Promenadenflohmarkt in Münster, mit Schulfreundinnnen verkaufte sie in Bochum den Trödel der Eltern und Großeltern.

„Wir merkten schnell, dass wir damit unser Taschengeld deutlich aufbessern konnten“, sagt die Lünzumerin. Kurze Zeit später standen sie und ihre Freundinnen in den Kellern von Bekannten der Eltern, um auch hier Flohmarktschätze zu finden. „Ich hatte als erste in unserer Clique einen Führerschein und meine Eltern stellten ihren alten VW Bus so, dass wir bald, für unsere Verhältnisse, recht professionell regelmäßig in Bochum verkauften.“ Doch auch vor den Verkaufstheken ist Katherina Lindenblatt ab und an zu finden.

Vom Flohmarktfan zur Unternehmerin: Halternerin gründete Kleiderwirbel und Design Gipfel

Der Designgipfel findet im Dortmunder Depot in der Nordstadt statt. © Julian Kuhnnke

„Mich reizen nicht nur die günstigen Preise, sondern auch das Prinzip, dass alte Gegenstände nicht weggeworfen werden, sondern auf dem Flohmarkt neuen Besitzer finden“, sagt die Halternerin. „Nachhaltigkeit liegt mir sehr am Herzen und Fast-Fashion ist in meinen Augen ein großes Problem unserer Zeit. Mir tut jedes Teil leid, das in der Mülltonne landet, selber wenn es durchlöchert und fleckig ist.“

„Als Gegenentwurf zu Fast-Fashion und der Wegwerf-Kultur“

So, sagt Katherina Lindenblatt, sei mit der Zeit die Idee für den Kleiderwirbel geboren worden, „als Gegenentwurf zu Fast-Fashion und der Wegwerf-Kultur unserer Gesellschaft.“ Um Flohmärkte unabhängig vom Wetter anbieten zu können, nennt der Kleiderwirbel seit sieben Jahren die Münsteraner Mensa ihr Zuhause. „Auch wenn es draußen stürmt, regnet und schneit, drinnen kann entspannt gestöbert und geshoppt werden.“ Drei Euro kostet der Eintritt die Gäste, die Verkäufer zahlen für einen Stand zwischen 25 und 85 Euro, je nach Größe. Dafür stellen die Organisatoren Tische, Stühle und ein Dach. Den Verkäufern die hohen Standgebühren zu erklären, sei nicht immer ganz einfach.

Doch der Erfolg des Kleiderwirbels gebe dem Team recht, sagt die Halternerin. „Die Stände sind immer nach wenigen Minuten ausgebucht und immer wieder bilden sich beim Kleiderwirbel lange Schlangen. Nie werde ich den Moment vergessen als wir bangend, ob überhaupt Menschen zu unserem ersten Markt kommen würden, oben in der Mensa ans Fenster traten und die Schlangen so lang waren, dass wir das Ende nicht sehen konnten.“

  • Der nächste Kleiderwirbel findet am Sonntag (23. Juni) in der Mensa am Ring in Münster, Domagkstraße 61, statt.
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