Flugzeugabsturz vor fünf Jahren: Wegen Corona-Pandemie nur stilles Gedenken

24. März

Der 24. März wird in diesem Jahr ein stiller Gedenktag. Der Flug nach Frankreich ist ebenso abgesagt wie die Gedenkfeier an der Schule und der Gottesdienst in St. Sixtus.

Haltern

, 16.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieses Motiv vom Gedenkstein auf dem Gelände des Hotels "Le Domaine du Vernet" ging bereits wenige Tage nach dem Flugzeugabsturz um die Welt.

Dieses Motiv vom Gedenkstein auf dem Gelände des Hotels „Le Domaine du Vernet“ ging bereits wenige Tage nach dem Flugzeugabsturz um die Welt. © Silvia Wiethoff

Am 24. März jährt sich zum fünften Mal der Tag, an dem der Co-Pilot eine Germanwings-Maschine auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in ein Bergmassiv steuerte und 149 Menschen, darunter 16 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrerinnen des Halterner Gymnasiums, mit in den Tod riss. Eltern wollten in wenigen Tagen zur zentralen Gedenkfeier nach Frankreich fliegen und auch in Haltern sollte es wie in den Jahren zuvor sein: ein Innehalten an der Gedenkstätte des Joseph-König-Gymnasiums und ein Gottesdienst in der Sixtuskirche. Wegen der Corona-Pandemie ist alles abgesagt.

Blumen von Staatskanzlei und Schulministerium

Die Entscheidungen sind der aktuellen Situation geschuldet. „Die Gedenkfeier an der Schule wird es leider nicht geben können“, bedauert Schulleiter Ulrich Wessel. „An der Schule werden aber Kerzen, Blumengestecke der Staatskanzlei und des Schulministeriums sowie Blumen der Schulgemeinde davon Zeugnis geben, dass die Opfer der Flugkatastrophe nicht in Vergessenheit geraten sind.“ Da in den katholischen und evangelischen Kirchen derzeit keine Gottesdienste abgehalten werden, fällt auch der Gottesdienst abends um 19 Uhr aus.

Die Lufthansa teilte dem Joseph-König-Gymnasium am 13. März mit, die dynamische Ausbreitung des Coronavirus und die zunehmenden Auswirkungen auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens in Europa und fast allen Teilen der Welt zwängen das Unternehmen leider dazu, die Gedenkfeier in Frankreich zum Jahrestag des Unglücks von 4U9525 (Anmerkung: Das war die Flugnummer) abzusagen.

Planbare An- und Abreise ist nicht mehr möglich

Bislang sei man von einer Gedenkfeier mit Einschränkungen ausgegangen, deshalb habe man die Vorbereitungen an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Doch dann sei die Absage der französischen Behörden bekommen: Diese untersagen eine Veranstaltung mit vielen international anreisenden Personen in dieser Größenordnung. Darüber hinaus verschärfen sich, so Lufthansa, die Einreisebestimmungen vieler Länder derart schnell, dass eine planbare An- und Abreise einer internationalen Gruppe nicht mehr möglich sei. Lufthansa bittet um Verständnis und bedauert, diese Nachricht übermitteln zu müssen.

Bei dem Germanwings-Absturz am 24. März 2015 in dem südfranzösischen Bergort Seyne-les-Alpes nahe La Vernet kamen alle Passagiere aus 17 Nationen ums Leben. Die Halterner Schülerinnen und Schüler waren mit ihren Lehrerinnen auf dem Rückflug von einem Austausch mit der spanischen Partnerschule. Die ganze Stadt stand unter Schock. Gedenkstätten am Gymnasium und auf dem Sundernfriedhof erinnern an die furchtbare Katastrophe.

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