Fünf Männer nach mutmaßlicher Heimatfest-Vergewaltigung angeklagt

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Vor 1,5 Jahren sollen mehrere Männer eine damals 40-Jährige nach einem Kneipenbesuch vergewaltigt haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Essen Anklage gegen die mutmaßlichen Täter erhoben.

Haltern

, 20.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Staatsanwaltschaft Essen hat Anklage gegen insgesamt fünf Männer erhoben, weil sie eine damals 40-jährige Frau nach einem Besuch in der Schänke am 2. September 2017 vergewaltigt haben sollen. Vier der Männer im Alter von heute 23, 23, 26 und 40 Jahren wohnen in Haltern, der fünfte heute 22-Jährige laut Staatsanwaltschaft Essen in Süddeutschland. Sie sind nun wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall angeklagt.

Die Anklage wurde bereits im Januar erhoben, ist allerdings erst jetzt auf Anfrage bekannt geworden. Seither liegt der Fall beim Landgericht Essen. „Derzeit wird das Zwischenverfahren am Landgericht Essen durchgeführt und die Zulassung der Anklage geprüft“, sagt der stellvertretende Sprecher des Landgerichtes, Dr. Thomas Kliegel. Sollte das Landgericht die Anklage der Staatsanwaltschaft zulassen, kommt es zu einer Gerichtsverhandlung.

Sechster unbekannter mutmaßlicher Täter

Darüber hinaus wurde bekannt, dass es neben den fünf Angeklagten noch eine sechste männliche Person gebe, die an den sexuellen Handlungen beteiligt gewesen sein soll, bisher allerdings nicht ermittelt werden konnte, heißt es vom Landgericht Essen.

Außerdem wurden nun weitere Details zu dem Fall bekannt: Laut Anklage sollen ein damals 22 Jahre alter Mann und die damals 40-jährige Frau einvernehmlich etwas in der Gaststätte „Schänke“ an der Lippstraße getrunken haben. Dabei soll noch ein weiterer der Angeklagten dazu gekommen sein, heißt es vom Landgericht Essen. Zwischen dem 22-Jährigen und der Frau sei es zu einvernehmlichen Küssen gekommen. „Laut Anklage hatte die Frau eingewilligt, mit ihm nach Hause zu gehen, wollte aber noch ihrer Freundin Bescheid sagen“, sagt Thomas Kliegel vom Landgericht Essen.

Die Frau schrie „Nein“, bevor zwei weitere sie vergewaltigten

In der Flüchtlingsunterkunft an der Schmeddingstraße sei es dann zu zunächst einvernehmlichem Geschlechtsverkehr gekommen. Als dann allerdings die fünf weiteren Beschuldigten in den Raum gekommen seien, habe das nicht mehr dem Willen der Frau entsprochen, so Kliegel. Daraufhin habe die Frau „Nein“ geschrien und ihre Bar-Bekanntschaft von sich zur Seite geschlagen. Im Anschluss wurde die Frau von den Männern festgehalten, bevor mindestens zunächst einer der Angeklagten und dann der bisher unbekannte Mann die Frau vergewaltigt haben sollen.

Im Falle einer Verurteilung drohen jedem der Angeklagten eine Haftstrafe zwischen zwei und 15 Jahren.

Laut Staatsanwaltschaft Essen hätten die Ermittlungen in diesem Fall „angesichts der Spurenlage und der sonstigen aufwendigen Ermittlungen“ nicht länger gedauert als vergleichbare Verfahren, so Oberstaatsanwältin Anette Milk. Bei der Ermittlung der Tatverdächtigen sei man erst nach und nach von der einen auf die nächste Person gekommen. Parallel wurden die Beweismittel sichergestellt sowie DNA-Proben ausgewertet.

  • Die Staatsanwaltschaft erhebt immer dann Anklage, wenn nach Abschluss der Ermittlungen ein Tatverdacht als hinreichend erachtet wird, um ein Verfahren zu eröffnen - so wie in diesem Fall.
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