© Jürgen Wolter
Fußgänger vergessen

Für Fußgänger ist die Überquerung der Rekener Straße ein Abenteuer

Um als Fußgänger diese Straße in Lavesum zu überqueren, muss man schon ganz schön aufpassen. Eine Anwohnerin wundert sich, dass noch keine schweren Unfälle passiert sind.

Fußgänger scheinen an diesem Straßenabschnitt vergessen worden zu sein, wenn man sich die Verkehrsführung ansieht. Anwohnerin Ingrid Klahn ist das schon seit Jahren ein Dorn im Auge. „Es ist ein Wunder, dass hier nicht schon mehr passiert ist“, sagt sie.

Es geht um einen Abschnitt der Rekener Straße westlich des Ortskerns von Lavesum. Die Rekener Straße führt hier am Hof Hagedorn vorbei. Dahinter liegt unmittelbar die Einmündung des Sundernwegs mit dem neuen Hagedorn-Parkplatz. Gegenüber auf der nördlichen Seite münden in kurzen Abständen die Lochtruper Straße, die Buchenstraße und der Napoleonsweg auf die Rekener Straße.

Immer drei Fahrspuren

An diesen Abzweigungen gibt es breite Linksabbiegerspuren. Dadurch umfasst die gesamte Straßenbreite der Rekener Straße in diesem Bereich immer drei Fahrspuren.

Wer hier zu Fuß über die Rekener Straße geht – unter anderem gibt es hier auch noch auf jeder Seite eine Bushaltestelle, an der auch Schüler aussteigen – muss höllisch aufpassen.

„Hier gilt zwar Tempo 50, aber daran halten sich längst nicht alle“, sagt Ingrid Klahn, die hier oft auf ihren Spaziergängen mit Hund vorbeikommt. Sie selbst berichtet, dass sie vor Kurzem die Straße überqueren wollte. „Da kam nur ein Trecker, der war langsam, da bin ich losgegangen. Aber dann setzte ein PKW, den ich nicht gesehen habe, zum Überholen an.“

Insbesondere am Wochenende, wenn hier unter anderem der Ausflugsverkehr von der Autobahn zum Ketteler Hof vorbeifließt, sei es oft kaum möglich, die Straße zu überqueren. „Auch Linksabbieger aus den Anliegerstraßen haben kaum eine Chance“, so Ingrid Klahn.

Sie wünscht sich eine Entschärfung der Situation durch einen Fußgängerüberweg. „Auch eine Mittelinsel würde schon helfen“, findet die Anwohnerin. Die einzigen Querungshilfen über die Rekener Straße finden sich im Ortskern von Lavesum, hier gibt es eine Fußgängerampel und einen Zebrastreifen. „Die sind aber viel zu weit weg, um bis dahin zu laufen, wenn man hier über die Straße will“, findet Ingrid Klahn.

Außerdem steigt die Zahl der Radfahrer, die vom Sundernweg kommend durch das ehemalige Truppenübungsgelände fahren wollen, seitdem diese Durchfahrt im September 2020 geöffnet wurde. Darauf weist ein weiterer Leser hin.

Nachbarn haben eine Unterschriftenaktion vorgeschlagen

„Mach doch mal eine Unterschriftensammlung, die unterschreiben wir sofort!“ Das hat sie schon von mehreren Nachbarn gehört. Allerdings ist die Stadt Haltern für diese Straße nicht zuständig. Die Rekener Straße ist eine Landesstraße mit der Bezeichnung L 652. Und da ist der Landesbestrieb Straßen.NRW als Straßenbaulastträger verantwortlich. Dort ist das Problem bisher nicht bekannt. „In unseren Städtebaugesprächen, die wir regelmäßig mit Kommunen führen, wurde es bisher nicht thematisiert“, sagt Nadja Leihs, Pressesprecherin der Regionalniederlassung Ruhr. Sie bietet Ingrid Klahn aber an, sich direkt an Straßen.NRW zu wenden.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
Zur Autorenseite
Jürgen Wolter

Haltern am Abend

Täglich um 19:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt