Könnten bald PCR-Pooltestungen an Halterns Kindertagesstätten eingeführt werden? (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Corona-Schutzmaßnahmen

Für mehr Sicherheit: Fraktionen in Haltern fordern PCR-Pooltests in Kitas

Drei Parteien fordern einheitliche Corona-Teststrategien an den Kitas. Außerdem plädieren sie für PCR-Pooltests. Andere Städte im Kreis hatten damit wenig Erfolg - aus mehreren Gründen.

Endlich einheitliche Regeln zu den Corona-Schutzmaßnahmen an allen Kindertagesstätten in Haltern – das fordern SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen. Und: die Einführung von PCR-Pooltestungen. Das ist die Testweise, die bereits an den Grundschulen in Haltern durchgeführt wird.

Momentan gibt es keine einheitliche Test-Strategie an den örtlichen Kindertagesstätten. Je nach Träger stellt die Kita entweder Selbsttests zur Verfügung, lässt sich durch die Eltern die Testdurchführung per Unterschrift bestätigen oder fordert offizielle Testzertifikate ein.

„Ich habe eine Tochter, die in die Kita geht. Deswegen weiß ich, wie das bei uns abläuft“, sagt Oliver Bußmann von der FDP-Fraktion in Haltern. Skeptisch fügt er an: „Und an den Kartons, wo die Tests drin sind, sieht man, wie wenig das Angebot angenommen wird.“

Sarah Radas von den Grünen hat den Antrag der Ratsfraktionen ins Rollen gebracht. Auch sie hat ein Kind, das in Haltern in die Kita geht. „Sarah Radas kam auf uns zu und hat gefragt, wie wir das einschätzen“, sagt Oliver Bußmann. „Dann haben wir die Unterschiede innerhalb Halterns festgestellt. Der PCR-Pooltest kann ein Weg sein, die Testungen zu vereinheitlichen und den Familien mehr Sicherheit zu geben.“

PCR-Pooltestungen in Kitas können vom Land gefördert werden

Testen ist neben Impfen ein wichtiger Baustein der Corona-Schutzmaßnahmen. Gerade bei den Jüngsten. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt bislang nur Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren die Impfung gegen Covid-19, wenn diese vorerkrankt sind. „Es gibt immer noch die 1- bis 4-Jährigen, die nicht geimpft sind“, sagt Bußmann.

Deswegen steigt in dieser Altersgruppe die Wichtigkeit von regelmäßigen Corona-Tests, um Ausbrüche frühzeitig zu erkennen und einzugrenzen. „Wenn die Pooltests vom Land gefördert werden, dann müssen wir prüfen, ob das in Haltern geht.“

Bei den PCR-Pooltests handelt es sich um sogenannte Lolli-Pool-Tests mit anschließender PCR-Laborauswertung. Eine landesweite Umsetzung dieses Konzepts auf die Kindertagesstätten sei jedoch weder logistisch, noch mit Blick auf die vorhandenen Laborkapazitäten umsetzbar, wie NRW-Familienminister Joachim Stamp in einem Schreiben an die Kitas schreibt.

„Allerdings können all diejenigen Kommunen, bei denen Laborkapazität und Logistik dies erlauben, selber Lolli-Pool-Tests organisieren und dafür vom Land einen entsprechenden Kostenersatz erhalten“, so Stamp.

Stadt Haltern: „Wir befinden uns gerade in der Prüfung“

Der Antrag auf die PCR-Pooltestungen in Halterns Kitas und einheitliche Regelungen liegt der Stadt vor. „Wir befinden uns gerade in der Prüfung, inwiefern die Pooltestungen in Kitas umsetzbar wären“, teilt Stadtsprecherin Sophie Hoffmeier auf Anfrage der Redaktion mit. „Dafür führen wir derzeit eine Abfrage bei allen Trägern von Kindertageseinrichtungen in Haltern am See durch. Des Weiteren klären wir, ob Laborkapazitäten zur Verfügung stehen und, wie die flächendeckende Pooltestung logistisch abgewickelt werden könnte.“

Zudem muss ebenfalls bei den Eltern in Haltern ein Stimmungsbild abgefragt werden. „Anders als im Schulbereich gibt es im Kindertagesbereich nur dann die Testpflicht, wenn eine durch einen PCR-Test bestätigte SARS-CoV-2-Infektion vorliegt“, so Hoffmeier. Nur dann müssen laut Corona-Schutzverordnung alle Kinder mindestens drei Mal pro sieben Tage mittels eines Corona-Schnelltests oder Selbsttests getestet werden.

Einem regelmäßigen, vorsorglichen Pooltest müssten die Eltern somit nicht zustimmen. Deswegen sagt Sophie Hoffmeier: „Sollten Eltern einem Test nicht zustimmen, läge somit kein vollständiges Ergebnis vor.“

Die Ergebnisse der Recherchen der Stadt Haltern bleiben abzuwarten. Andere Städte im Kreis Recklinghausen, wie zum Beispiel Dorsten, sind an der Durchführung von PCR-Pooltestungen gescheitert, da „diese nicht organisierbar und aufgrund fehlender Laborkapazitäten auch aktuell nicht möglich sind“, sagt Sophie Hoffmeier.

Oliver Bußmann hofft, dass die Fraktionen in Haltern mit ihrem Antrag Erfolg haben werden. Er sagt aber gleichzeitig: „Wenn keine Zustimmung von den Trägern kommt, dann hat die Stadt nur bedingt Einfluss. Dann ist das leider so. Aber wenigstens haben wir die Diskussion angestoßen.“

Über die Autorin
Volontärin
In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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