In Haltern gibt es viele Funklöcher. Bürger beschweren sich über fehlendes Netz und Internet. Wir haben eine Übersichtskarte und mit den Mobilfunk-Anbietern über die Probleme gesprochen.

Haltern

, 22.06.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob auf der Hullerner Straße, in Neubaugebieten, am See oder in den Ortsteilen - an vielen Stellen in Haltern steht man ohne Handyempfang und Internet da, wenn man in bestimmten Gebieten unterwegs sind. Wir haben Sie gefragt, wo Halterns Funklöcher sind. In unserer Übersichtskarte finden Sie die kritischen Gebiete.

Außerdem haben uns die drei großen Mobilfunkanbieter Deutsche Telekom, Vodafone und O2 erklärt, was die Probleme in Haltern sind und was Sie tun wollen, um die Probleme zu beheben.

Sechs neue Masten der Telekom sollen in Betrieb gehen

Um das Mobilfunknetz in Haltern zu verbessern, hat die Deutsche Telekom im Februar einen Masten am Bossendorfer Damm aufgestellt, der im Herbst in Betrieb gehen soll.

Darüber hinaus sollen an fünf weiteren Stellen in der Halterner Innenstadt und „im nördlichen Bereich des Stadtgebiets“ neue Masten entstehen oder bestehende genutzt werden.“ „Genauere Angaben zu den Standorten sind derzeit leider noch nicht möglich, da die Standortsuche noch nicht abgeschlossen ist“, sagt Pressesprecher Pascal Kiel-Koslowski.

An diesen Stellen haben uns Halterner über Facebook und Instagram Funklöcher mitgeteilt:

Wie groß das Ausmaß der „Telekom-Funklöcher“ in Haltern ist, konnte das Unternehmen nicht sagen. Nur so viel: „Die Telekom hat seit einiger Zeit ein Programm gestartet, mit dem Mobilfunklücken erkannt, und möglichst auch geschlossen werden. Auf Grundlage dieses Programms wurde unter anderem auch das Stadtgebiet von Haltern untersucht und Mobilfunklücken identifiziert, die mit neuen Standorten geschlossen werden sollen.“

Die Zahl der Mobilfunk-Standorte in Deutschland will die Telekom von aktuell 29.000 auf 36.000 bis 2021 ausbauen. „Schon heute können 97,6 Prozent der Bevölkerung das schnelle LTE-Netz der Telekom nutzen“, so Pascal Kiel-Koslowski.

Vodafone sieht das Netz in einem guten Zustand

“Das Vodafone-Mobilfunknetz im Kreis Recklinghausen und speziell auch in Haltern am See befindet sich dank hoher Euro-Investitionen im zweistelligen Millionen-Bereich bereits in einem guten Zustand“, sagt Volker Peterdorf, Konzernsprecher von Vodafone Deutschland. „In Haltern sind 99,4 Prozent der besiedelten Flächen mit Mobilfunk versorgt und LTE erreicht auf den besiedelten Flächen 97,2 Prozent der Einwohner.“

Um Funklöcher zu schließen, will Vodafone in den nächsten 12 Monaten 2,9 Millionen Euro im Kreis investieren, um „26 neue LTE-Bauprojekte“ zu verwirklichen. Zwei davon seien in Haltern am See geplant. „Im nächsten Schritt werden die genauen Standorte (Gemeinden und Adressen) vor Ort noch ermittelt und dann die konkreten Bauvorhaben in Abstimmung mit den örtlichen Entscheidungsträgern realisiert“, so Petendorf.

O2 spricht von „nahezu lückenloser Versorgung“

Vom Mobilfunkanbieter O2 heißt es kurz und knapp: „O2 Kunden steht aktuell in Haltern am See eine nahezu lückenlose GSM-, UMTS- und LTE-Versorgung zur Verfügung“, so Jörg Borm, Pressesprecher von Telefónica Deutschland. Im vergangenen Jahr seien bundesweit 8700 LTE-Anlagen in Betrieb gegangen, im laufenden Jahr seien 10.000 weitere geplant. Konkrete Zahlen zur Abdeckung und Plänen in Haltern gibt das Unternehmen nicht.

Kommentar von Kevin Kindel

3G, LTE, jetzt ist bundesweit der Startschuss für die 5G-Frequenzen gefallen. Es geht dabei um selbstfahrende Autos und per Internet gesteuerte Operationen. Doch in Haltern am See hat man oft genug überhaupt keinen Empfang, nicht mal E wie Edge. Wir können doch schwer über Flugtaxis reden, wenn man im Wald nicht mal Telefonempfang hat. Und das direkt am Rand eines der größten Ballungsräume in ganz Europa. Oft genug suche ich mir bei einem Termin in den Halterner Wäldern vorher in der Redaktion die Wegbeschreibung raus, weil ich unterwegs kein Signal habe. So wie vor 15 Jahren. „Eine nahezu lückenlose Versorgung“ gebe es, teilen die Unternehmen mit. Das sehen Kunden in der Stadt sicherlich anders.
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