Gegen das Vergessen: Halterner Schüler werden zu „Zweitzeugen“

Schule in Haltern

Nach 2019 ist Zweitzeugen e.V. ein weiteres Mal in Haltern zu Gast. Zwei Halterner Schulen haben sich erfolgreich für Workshops beworben, in denen Schüler zu „Zweitzeugen“ werden sollen.

Haltern

von Lukas Runde

, 15.09.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Verein „Zweitzeugen“ setzt sich dafür ein, dass die Geschichten der „Erstzeugen“, wie Holocaust-Überlebende Eva Weyl, die mehrfach an der Realschule zu Gast war, nicht verloren gehen.

Der Verein „Zweitzeugen“ setzt sich dafür ein, dass die Geschichten der „Erstzeugen“, wie Holocaust-Überlebende Eva Weyl, die mehrfach an der Realschule zu Gast war, nicht verloren gehen. © Jürgen Wolter

Im Rahmen des Projekts von Zweitzeugen e.V. nehmen 60 Schülerinnen und Schüler aus Haltern am See an Zweitzeugen-Workshops bei den Talenttagen Ruhr teil. Zwei Schulen in Haltern werden im September von Zweitzeugen e.V. besucht.

Die Alexander-Lebenstein-Realschule sowie das Hans-Böckler-Berufskolleg in Haltern am See haben sich, neben Schulen aus Essen und Dortmund, erfolgreich für die Workshops beworben. Bereits 2019 haben beide Schulen mit Zweitzeugen e.V. im Rahmen der Ausstellung in der Evangelischen Kirchengemeinde Haltern zusammengearbeitet, jetzt kommt es zur erneuten Zusammenarbeit.

Der Verein, welcher 2010 als Studienprojekt begann und seit 2014 ein eingetragener gemeinnütziger Verein ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Holocaust-Überlebensgeschichten an (junge) Menschen weiterzugeben und sich gemeinsam mit ihnen mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander zu setzen.

„Ein ganz normaler Tag“

Über sechs Schulstunden werden den Schülern Themen wie Antisemitismus, Diskriminierung und die Geschichte des Nationalsozialismus näher gebracht. „Wir haben 37 Zeitzeugen interviewt, ihre Geschichten bewahrt und sie haben uns den Auftrag mitgegeben, ihre Geschichten weiterzugeben“, beschreibt Ruth-Anne Damm, 3. Vorsitzende von Zweitzeugen e.V., ihre Arbeit im Verein.

Unter anderem sollen die Schüler unter dem Motto „Ein ganz normaler Tag“ erfahren, wie ihr gewöhnlicher Tagesablauf zu Zeiten des Nationalsozialismus ausgesehen hätte. Wie hätten damalige Gesetze meinen Tagesablauf bestimmt? Wie lebten Personen, die aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit diskriminiert worden sind? Und was weiß ich eigentlich persönlich über die Zeit des Nationalsozialismus? Sind einige Beispiele an Fragen, mit denen sich die Schüler auseinander setzen werden.

Das Ziel soll es sein, durch das Weitererzählen der Geschichten, die Schülerinnen und Schüler Zweitzeugen werden zu lassen, damit die Geschichten und damaligen Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten.

Öffentliche Workshops beim BVB

Die Workshops an den Halterner Schulen finden am 18. September in der Alexander-Lebenstein-Realschule für 30 Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe und am 23. September am Hans-Böckler-Berufskolleg für 30 Schülerinnen und Schüler der 13. Jahrgangsstufe statt.

Seit August 2020 bietet der Verein außerdem gemeinsam mit den Lernzentren der Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach wöchentliche, kostenfreie Zweitzeugen-Workshops für Kinder und Jugendliche mit anschließender Stadionführung am Lernort Stadion an. Weitere Informationen zum Verein und Workshops findet man unter www.zweitzeugen.de.

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