Peter Norden, Martin Bendieck und Adalbert Pollerberg (v.l.) und die Bürgerinitiative kämpfen weiter für die Errichtung des Stever-Lippe-Radwegs, der hier an der Wasserwerkstraße enden soll. © Jürgen Wolter
Stever-Lippe-Radweg

Gegenwind für Radwegprojekt: Halterner Bürgerinitiative kämpft weiter

Einen 400 Meter langen Radweg hat eine Bürgerinitiative entlang der Recklinghäuser Straße vorgeschlagen. Von Verwaltungsbedenken will sie sich nicht entmutigen lassen.

Die rund 30 Mitglieder der Bürgerinitiative plädieren für einen etwa 400 Meter langen Wegeabschnitt, der Papenbrückstraße und Wasserwerkstraße verbinden könnte. Er wäre sowohl unter Tourismusaspekten, als auch aus Sicherheitsgründen eine sinnvolle Ergänzung der Halterner Radwegenetzes, finden sie.

Aus der Halterner Politik kamen zunächst viele positive Signale. Die Entscheidungshoheit liegt aber nicht bei der Stadt, sondern bei der Unteren Naturschutzbehörde, sprich beim Kreis Recklinghausen.

„Inzwischen gab es ein Gespräch der Halterner Stadtverwaltung mit Vertretern des Kreises“, berichtet Martin Bendieck von der Bürgerinitiative. „Anschließend kam eine ausführliche Stellungnahme der Behörde, über die uns die Halterner Stadtverwaltung in einem Gespräch informiert hat.“

Hochwasserschutz und Naturschutz

„Es gibt darin im Wesentlichen zwei Gegenargumente“, fast BI-Mitglied Peter Norden zusammen. „Den Hochwasserschutz und den Naturschutz.“ Der Hochwasserschutz werde aber in keiner Weise gefährdet, argumentiert die BI.

„Der Kreis macht außerdem geltend, dass zunächst eine FFH-Vorstudie (FFH = Flora-Fauna-Habitat, ausgewiesene Naturschutzbereiche) und gegebenenfalls eine FFH-Verträglichkeitsstudie angefertigt werden müssten. Sollten dabei für den Naturschutz kritische Punkte erfasst werden, müsse ein vollumfängliches Artenschutzgutachten erstellt werden.

„Das sind drei Schritte, die Zeit kosten würden“, sagt Adalbert Pollerberg von der Initiative. Und Martin Bendieck ergänzt: „Aktueller Stand ist jetzt, dass die Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben will, die die verschiedenen Varianten der Wegeführung und ihre Verträglichkeit für den Naturschutz prüfen soll.“

Die Mitglieder der BI haben mehrere Möglichkeiten aufgelistet, von Grund- und Böschungswegen bis zu Steg- Stelzenkonstruktionen, bei denen der Weg oberhalb des Naturschutzbereiches verläuft.

„Letztlich reden wir hier über einen Abschnitt von 97 Metern“, sagt Adalbert Pollerberg. „Außerdem gab es schon andere Baumaßnahmen durch FFH-Gebiete, beispielsweise die Zuwegung zur Lippefähre Maifisch. Warum war das möglich und der Radweg soll es nicht sein?“, fragt Martin Bendieck. „Das ist uns Bürgern schwer zu vermitteln.“

Vorprüfung direkt einleiten

Die Argumente der BI: „Das Naturschutzgebiet bleibt unberührt. Die Böschung wird nicht angetastet. Zwischen Naturraum „Böschung“ und „Aue“ bleibt der Ökoraum intakt. Der Hochwasserschutz wird nicht beeinträchtigt. Der landschaftspflegerische Aufwand wird kaum größer als die aktuelle Böschungspflege. Eine Installation vom Recklinghäuser Damm aus wäre möglich, ohne den Naturraum durch Baufahrzeuge zu beschädigen. Statt mit einer Machbarkeitsstudie Zeit und Geld zu verlieren, könnte aus unserer Sicht sofort eine FFH-Vorprüfung sowie eine Vorplanung der vorgeschlagenen Ausführung eines Stelzenweges erfolgen“, schlägt sie vor.

Die Mitglieder halten den Radweg für unverzichtbar. Er stelle einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Verkehrs zwischen Glashütte und alter Recklinghäuser Straße dar und sei eine umweltfreundliche Verbindung unter anderem zum Blauen Klassenzimmer an der Stever und weiter zum Halterner Stausee. Die Passage könne außerdem Lehrpfad für Naturschutz werden.

„Deshalb werden wir weiter dafür kämpfen“, kündigt Martin Bendieck an. „Wir wollen nicht über Probleme diskutieren, wir bieten Lösungen an.“

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Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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