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Geheime Anti-Terror-Übung der Polizei auf Schachtgelände in Haltern am See

hzPyrotechnik

Explosionsgeräusche an der alten Schachtanlage: Die Polizei hat in dieser Woche eine Übung in Haltern am See durchgeführt, bei der streng geheime Einsatztaktiken trainiert wurden.

Lippramsdorf

, 11.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Besorgte Anwohner haben sich bei unserer Redaktion gemeldet, weil sie am Mittwoch Geräusche wie von Explosionen in Haltern am See gehört haben. Am Donnerstag dann die Aufklärung: Spezialeinheiten der Polizei haben auf dem Gelände der Schachtanlage Auguste Victoria 9 eine Anti-Terror-Übung durchgeführt.

„Bei solchen Fortbildungsmaßnahmen kann es schon mal vereinzelt zu Knall-, Explosionsgeräuschen oder auch Rauchentwicklungen kommen“, heißt es von den Verantwortlichen. Diese Effekte würden aber keineswegs den Kern der Trainingsszenarien ausmachen.

Einsatztaktiken sollen vertraulich bleiben

Die RAG, der das Areal der ehemaligen Zechenanlage gehört, und die Kreispolizei waren informiert, ansonsten blieb die Aktion geheim. Transparenz sei der Polizei NRW zwar besonders wichtig, „dabei ist es jedoch auch eine wesentliche Herausforderung, sicherzustellen, dass Einsatztaktiken vertraulich bleiben und keinesfalls in falsche Hände geraten“, so Sprecher Victor Ocansey. Deshalb könne er zu konkreten Trainingsinhalten keine Auskünfte erteilen. Rund 15 Polizisten seien in Haltern im Einsatz gewesen.

Geheime Anti-Terror-Übung der Polizei auf Schachtgelände in Haltern am See

Die ehemalige Schachtanlage war der Schauplatz der Polizei-Übung. © Kevin Kindel

Das zuständige Landesamt für Aus- und Fortbildung der Polizei (LAFP) ist unmittelbar dem Landesinnenministerium unterstellt. „Wir führen seit vielen Jahren regelmäßig gerade auch mit Spezialeinheiten solche Fortbildungsmaßnahmen durch.“ Die Sorgen von Anwohnern nehme man selbstverständlich ernst: „Die Sicherheit aller Beteiligten, von Bürgerinnen und Bürgern aber auch von Polizeikräften hat dabei immer höchste Priorität“, so Ocansey.

Reaktion auf zurückliegende Terroranschläge

„Die zurückliegenden Terroranschläge in Europa, aber auch andere komplexe Polizeilagen haben deutlich gezeigt, dass eine intensive und frühzeitige Vorbereitung unerlässlich ist“, sagt der Sprecher. Die Polizei in NRW stelle sich insgesamt diesen komplexen Herausforderungen und bereite sich auch auf schwerwiegende Ereignisse gezielt unter anderem in einsatztaktischer Hinsicht vor.

„Dabei ist es natürlich wichtig, realitätsnah zu trainieren. Oftmals eignen sich dazu besonders abgeschiedene und stillgelegte Fabrikgebäude oder Liegenschaften“, sagt Victor Ocansey. Der Halterner Schacht 9 liegt nahe der Granatstraße im Wald zwischen Holtwick und Eppendorf. Er ist inzwischen verfüllt, das Gelände soll renaturiert werden. In unmittelbarer Nachbarschaft des eingezäunten Areals entstehen in den kommenden Monaten zwei Windräder.

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