Geld für Mitarbeiter statt Strom - So versorgt sich das Ernst-Lossa-Haus selbst mit Strom

Ernst-Lossa-Haus

30 Prozent weniger Energiekosten und ein um die Hälfte reduzierter CO2-Ausstoß: Das erhoffen sich die Betreiber des Ernst-Lossa-Hauses von ihrer neuen Heizungsanlage mit Brennstoffzellen.

Haltern

, 02.10.2019, 15:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Geld für Mitarbeiter statt Strom - So versorgt sich das Ernst-Lossa-Haus selbst mit Strom

Im Ernst-Lossa-Haus in Haltern wurde eine neue, energiesparende Heizungsanlage installiert. Drei Brennstoffzelleneinheiten mit zusammen 4,5 kW elektrischer Leistung decken den Grundlastbedarf an Strom im Haus. Installiert hat die Anlage die Firma Powertox aus Bottrop. Auf dem Bild zu sehen die beiden Geschäftsführer der Firma Powertox, Frank Kien (links) und Erdal Cetin (rechts) sowie Ulrich Müller und Thimo Wichmann (2.v.r.) vom Ernst-Lossa-Haus. © Ilka Bärwald

Künftig produziert das Ernst-Lossa-Haus selbst den Strom, den es verbraucht: Drei Brennstoffzellen, eine Luftwärmepumpe und ein Brennwertkessel wurden dafür unter dem Dach des Wohnheimes installiert. „Die Brennstoffzellen erzeugen insgesamt 39.000 Kilowattstunden Strom und 15.660 Kilowattstunden Wärme“, erklärt Erdal Cetin, Geschäftsführer der Firma Powertox, die im Ernst-Lossa-Haus die Anlage installiert hat.

Die etwa hüfthohen weißen Kästen sollen den sogenannten Grundlastbedarf des Hauses an Strom decken. Sie erzeugten für etwa 12,8 Cent je Kilowattstunde Strom, die Wärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, sei kostenlos. Die Abwärme werde für die Luftwärmepumpe verwendet, erläutert Cetin weiter.

Kalte Verbrennung

So funktioniert eine Brennstoffzelle

Brennstoffzellen erzeugen aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom und Wärme. Was beim Aufeinandertreffen von Sauerstoff und Wasserstoff in der Brennstoffzelle passiert, kann auch als „kalte Verbrennung“ bezeichnet werden. Damit diese „Verbrennung“ auch unterhalb der üblichen Verbrennungstemperaturen stattfinden kann, werden Katalysatoren (Reaktionsbeschleuniger) benötigt. Das stoffliche Verbrennungsprodukt ist Wasser (bzw. Wasserdampf). Wegen der direkten Energieumwandlung arbeiten Brennstoffzellen zumindest theoretisch mit hohem Wirkungsgrad. Außerdem sind Verluste und Schadstoffemissionen minimal. Der Grundaufbau aller Zellentypen ähnelt dem einer Autobatterie.

Die alte Heizungsanlage habe ausgetauscht werden müssen. Im Haus 2 habe man bereits ein Blockheizkraftwerk, sagt Ulrich Müller, Aufsichtsratsvorsitzender des Vereins. „Das war aber in Haus 1 nicht machbar, da der Heizungsraum direkt über den Zimmern der Bewohner liegt.“

Deshalb habe man sich für eine Brennstoffzellen-Heizung entschieden, so Ulrich Müller weiter. Bisher lägen die Stromkosten für das Ernst-Lossa-Haus im Jahr zwischen 19.000 und 20.000 Euro. Die 30 Prozent Stromkosten, die man durch die Anlage im Jahr einspare, sagt Ulrich Müller, wolle man in Personal investieren. Zudem würden die CO2-Emissionen um insgesamt 12 Tonnen reduziert.

„Nach sechs bis sieben Jahren hat sich so eine Anlage amortisiert“, erläutert Erdal Cetin.

Perspektivisch plant das Ernst-Lossa-Haus, sich Elektroautos anzuschaffen, wie Ulrich Müller sagt. Der selbst erzeugte Strom durch die Brennstoffzellen könne dann auch zum Laden der Autos verwendet werden.

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