Am Donnerstag wurde de die behindertengerechte Rampe am Schleusenweg montiert. © Jürgen Wolter
Schnelle Hilfe

Gemeinsame Aktion: Halterner helfen einem schwerbehinderten Flüchtling

Durch eine Kriegsverletzung ist ein Flüchtling aus Afghanistan mehrfach schwer behindert. Mehrere Halterner Organisationen und ein Unternehmen leisteten jetzt dringend benötigte Hilfe.

Anfang des Jahres kam die Flüchtlingsfamilie Hashimi aus Afghanistan in Haltern an. Insbesondere der Vater von fünf Kindern hat ein schweres Schicksal zu tragen. Aufgrund einer Kriegsverletzung ist er mehrfach behindert, ist erblindet und auf einen Rollstuhl angewiesen.

Von Anfang an betreut Christel Baumann vom Halterner Asylkreis die Familie. Die fünf Kinder im Alter zwischen 8 und 18 Jahren wohnen mit ihren Eltern inzwischen in einem Haus am Schleusenweg in Flaesheim. Auch die Mutter ist aufgrund einer kriegsbedingten Handverletzung gehandicapt.

Betonplatte schwebt über das Grundstück

„Der Vater konnte etwa für Arztbesuche das Haus nur verlassen, wenn die Kinder ihn die Treppe nach draußen heruntergetragen haben“, sagt Christel Baumann. „Die Kinder sind aber alle schulpflichtig, sodass sie oft keine Hilfestellung leisten können“, ergänzt Hermann Döbber vom Halterner Asylkreis. „Hier haben wir dringend nach einer Lösung gesucht.“

Mit einem Kran wurde die Betonrampe vor die Haustür am Schleusenweg transportiert.
Mit einem Kran wurde die Betonrampe vor die Haustür am Schleusenweg transportiert. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Die kam jetzt durch eine konzertierte Aktion vieler Beteiligter aus Haltern. Am Donnerstagmittag schwebte eine große Betonplatte an einem fahrbaren Kran über die Hecke auf das Grundstück am Schleusenweg. Das Halterner Bauunternehmen Mertmann stellte sein Know-how und seine Technik zur Verfügung, um der Flüchtlingsfamilie schnell zu helfen. „Bei Mertmann ist die Betonplatte auch gegossen worden“, so Hermann Döbber, der die Aktion am Donnerstag vor Ort verfolgte.

Viele Beteiligte halfen mit

Der Rotary Club Haltern hat die Aktion ermöglicht und unterstützt. Bei der Vorbereitung waren der Asylkreis Haltern und der Caritasverband behilflich. Auch die Stadt Haltern unterstützte das Vorhaben, sorgte unbürokratisch für die notwendigen Genehmigungen.

„Der Einbau der Rampe erfolgt allerdings nur vorübergehend, sie kann anschließend wieder entfernt werden“, so Herrmann Döbber. Für Familie Hashimi bedeutet der Einbau eine große Erleichterung. Der Familienvater kann jetzt das Haus in Begleitung seiner Frau verlassen. Er muss nicht mehr getragen werden. Der Asylkreis dankt allen Beteiligten für ihre schnelle Hilfe.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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