Gestresstes städtisches Personal: Kritik aus komfortabler Position

Der Personalrat der Stadtverwaltung unterstützt eine Resolution zum NRW-weiten Aktionstag der Gewerkschaft ver.di.: Die Stadt brauche Geld, um ihr Personal zu entlasten. Eine Meinung dazu.
Weniger Arbeitsplätze, gestresstes Personal: In Haltern wünscht sich der Personalrat mehr Gerechtigkeit. © Winkelkotte

Zwar kann die Stadt Haltern nach größten Sparanstrengungen in den vergangenen Jahren wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen. Doch das kann sie nur, weil sie die Corona-bedingten Finanzschäden isoliert darstellt: Der Stadtkämmerer – man erinnere sich – legte einen Corona-Deckel über 2,2 Millionen Euro an. Und die Pandemie mit ihren immensen Folgen ist noch nicht zu Ende.

Die Gewerkschaft Ver.di macht, die Bundestagswahl im September und die Landtagswahlen im Mai 2022 im Blick, Druck auf die Politiker in Bund und Land. Die Städte seien dringend auf Zuweisungen angewiesen, sonst sehe es düster aus. Der Zeitpunkt ist natürlich taktisch klug gewählt, aber Ver.di ist eben ein Dienstleister für seine Mitglieder.

Und darum geht es. Nur eine finanziell solide aufgestellte Stadt kann ihr Personal pflegen. Haltern hat als Stärkungspaktgemeinde kontinuierlich Stellen abgebaut und sich kaum Spielraum gestattet, Leistungen durch Beförderungen zu honorieren. Waren bei der Stadt im Jahr 2004 insgesamt 484 Mitarbeiter tätig, sind es aktuell 432. Geregelt hat sich das über Eintritte in den Ruhestand, Höhergruppierungen sind immer umstritten.

Die Arbeitsbelastungen in den einzelnen Ämtern wächst, immer weniger Personal schultert immer mehr Aufgaben. Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft erleben das allerdings ähnlich, ohne – wie im öffentlichen Dienst – den Vorteil einer Arbeitsplatz-Sicherheit zu haben.

Das mindert aber nicht das Recht, sich mutig und vehement zu wehren.