Seit Dienstag liegt das Boot wieder gesichert oberhalb der Wasseroberfläche. © Winkelkotte
Sachverständiger im Einsatz

Gesunkenes Motorboot am Flaesheimer Yachthafen erfolgreich geborgen

An der Marina in Flaesheim war am vergangenen Donnerstag ein Motorboot gesunken. Nun konnte es geborgen werden. Ein Sachverständiger wird die Yacht nun unter die Lupe nehmen.

Ein gesunkenes Motorboot im kleinen Yachthafen an der Marina in Flaesheim hatte in den vergangenen Tagen Aufsehen erregt. Unter anderem waren Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Wasserschutzpolizei, des THW, der DLRG und Vertreter der Unteren Umweltbehörde nach der Havarie am vergangenen Donnerstag vor Ort im Einsatz. Die Bergung der mehrere Meter langen Yacht hatte sich zunächst schwierig gestaltet. Doch jetzt konnte das Boot endlich angehoben werden.

Mitarbeitern einer Bootswerft aus Dortmund ist es am späten Dienstagnachmittag gelungen, das Boot zu bergen. An der Steganlage bauten sie dafür ein Spezialgerüst auf. Unter anderem setzten die Experten Stahltraversen, die sonst beim Bau von Bühnen verwendet werden, ein. Während das Boot nach oben gedrückt wurde, konnte der Innenraum der Yacht nach und nach leer gepumpt werden. Stunden später stand das Motorboot wieder an der Wasseroberfläche.

Hoffnungen ruhen auf Versicherung

„Wir sind froh, dass es geklappt hat und sind zuversichtlich, dass wir alle Schäden wieder instand setzen können“, sagte Metzger Michael Toni Tewes aus Oer-Erkenschwick auf Anfrage unserer Redaktion. Das Boot gehört seinem Vater Manfred. Beide hoffen nun, dass der entstandene Schaden von ihrer Versicherung übernommen wird. Details müssten in den kommenden Tagen noch durch einen Gutachter geklärt werden.

Hat womöglich ein Frostschaden im Bereich der Bordtoilette die Havarie verursacht? „An Spekulationen wollen wir uns nicht beteiligen“, sagte dazu Michael Toni Tewes. Die Wasserschutzpolizei Datteln wartet noch auf neue Erkenntnisse. „Um die Ursache zu klären, wird ein Sachverständiger das Boot ins Visier nehmen und einen Bericht anfertigen“, teilte am Montag ein Sprecher der Wasserschutzpolizei mit.

Ein Umweltschaden sei nach bisherigen Ermittlungsstand nicht entstanden. „Es sind keine Flüssigkeiten ausgetreten. Das Wasser wurde offensichtlich nicht verunreinigt“, so der Sprecher. Die Feuerwehr hatte kurz nach dem Vorfall einen Ölschlängel um das Boot gelegt. Dieser konnte am Mittwoch wieder abgebaut werden.

Erste Versuche waren gescheitert

Am vergangenen Wochenende waren mehrere Versuche, das Boot zu bergen, schief gegangen. Der hintere Teil der Motoryacht, die seitlich durch Pontons stabilisiert worden war, war bereits auf Grund gelaufen. Akribisch versuchten die Mitglieder des THW, der Yacht mit zwei 1000-Liter-Tanks beizukommen. Diese wurden mit Wasser gefüllt und im hinteren und seitlichen Bereich des Bootes versenkt.

Mit Pressluft wurde das Wasser dann wieder aus den Wassertanks befördert. Die Tanks stiegen dadurch wieder auf. So sollte das Boot nach oben gedrückt werden. Zeitgleich sollte die vollgelaufene Yacht leergepumpt werden, sodass sie zu guter Letzt wieder in ihre normale Lage gekommen wäre.

Soweit der Plan. Nach vielen Stunden harter Arbeit allerdings mussten sich die Einsatzkräfte geschlagen geben. „Der Druck der Auftriebskörper hat nicht gereicht“, wie THW-Sprecher Matthias Berger erklärte. Auch ein weiterer Versuch mit einem Bergungssack, einem überdimensionalen Luftballon, scheiterte. Aufgrund der einsetzenden Dunkelheit musste die Bergungsaktion schließlich abgebrochen werden. Zwischenzeitlich war auch über den Einsatz eines Bergungsschiffs nachgedacht worden.

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte
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