Gift-Raupen: Stadt Haltern erreichen täglich Meldungen

hzEichenprozessionsspinner

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners breiten sich weiter in Haltern aus. Täglich gehen Meldungen bei der Stadt ein. An der Bachstraße in Lippramsdorf sind Nester in Griffhöhe von Kindern.

Haltern

, 29.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wärme in den vergangenen Tagen hat das Wachstum und die Ausbreitung der Eichenprozessionsspinner-Raupen begünstigt. Aktuell werden immer mehr Nester an den Bäumen entdeckt. Auch dort, wo sie bereits bekämpft wurden, sind die Gift-Raupen wieder zurückgekehrt.

Wie an der Bachstraße in Lippramsdorf. Vor etwa drei Wochen wurden dort die Raupen an zwei Bäumen abgesaugt. Ein Unternehmen im Auftrag der Stadt übernimmt diese Aufgabe.

Am Morgen bekämpft, am Abend wieder da

Anwohnerin Sandra Santos hat beobachtet, dass die Bäume bereits am Abend schon wieder befallen waren. „Mir ist klar, dass man nicht immer alle Raupen rückstandslos entfernen kann, aber diese schnelle Wiederkehr war schon heftig.“

Große Nester der Insekten, deren Härchen allergische Reaktionen auslösen können, tummelten sich an der Eiche. Ihre siebenjährige Tochter habe seit einiger Zeit entzündete Augen, erzählt Sandra Santos und werde daher mit Cortison behandelt. Sandra Santos vermutet, dass die giftigen Härchen der Raupen das möglicherweise ausgelöst haben könnten. Auch ein Nachbarsjunge klage über die gleichen Symptome. „Wir haben selbst Klebestreifen an den Bäumen angebracht, um die Tiere aufzuhalten, aber das hilft nicht viel.“ Sie habe die Stadt bereits informiert.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners wandern an einer der befallenen Eichen an der Bachstraße herunter.

© privat

Das bestätigte Stadtsprecher Georg Bockey am Mittwoch auf Anfrage. Der Schädlingsbekämpfer sei benachrichtigt worden. „Wir werden dort auf jeden Fall tätig“, so Bockey, „besonders aufgrund der Tatsache, dass die Nester sich in Griffhöhe von Kindern befinden“. Anschließend wolle man an diesen betroffenen Bäumen die Ringfallen anbringen.

Die Stadt erreichten zurzeit täglich Meldungen über die Raupen an Bäumen, um die 40 waren es bisher. Man müsse nach Priorität vorgehen, die Stellen, an denen Kinder gefährdet seien, hätten Vorrang, erklärt der Stadtsprecher. Präventiver Einsatz von Gift käme für die Stadt nicht infrage, hatte Bockey bereits vor einiger Zeit klar gestellt.

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Sandra Santos hofft, dass die Insekten schnell entfernt werden. „Im letzten Jahr war es so schlimm mit den Raupen, sie waren sogar auf dem Weg ins Haus, da haben wir sie mit der Schaufel entfernen müssen“, sagt die Anwohnerin. Sie wisse, dass man grundsätzlich wohl damit leben müsse, dass es immer mehr Raupen gebe. Aber sie befürchte schon jetzt, dass es noch schlimmer als im vergangenen Jahr werden könnte.

Melden kann man befallene Stellen online über den Mängelmelder der Stadt, unter der Rufnummer 933-478 (Herr Lütkenhaus) oder per E-Mail an baubetriebshof@haltern.de.

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