Grippe-Impfung: Halterner Apotheker appelliert an die Bürger

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Der Grippe-Impfstoff in diesem Jahr ist so begehrt wie selten. Das führt mittlerweile auch in Haltern zu Engpässen – und könnte Probleme nach sich ziehen.

Haltern

, 14.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Coronavirus-Pandemie hinterlässt ihre Spuren, auch auf andere Krankheiten bezogen. So gibt es Engpässe bei der Grippe-Impfung auch in den Apotheken, das bestätigten Dr. Hannes Müller von der Römer-Apotheke an der Römerstraße in Haltern sowie Thomas Lödige von der Park-Apotheke an der Koeppstraße.

„In den Apotheken in Haltern ist der Grippe-Impfstoff meiner Kenntnis nach nicht mehr verfügbar“, sagt Dr. Hannes Müller. Das bestätigt auch Thomas Lödige: „Den hat keiner mehr.“ Bei einigen Ärzten könnte er aber eventuell noch verfügbar sein, auch wenn er dort ebenfalls knapp wird.

Im vergangenen Jahr reichten die Reserven allemal aus. Rund 14 Millionen Grippe-Impfungen wurden in Deutschland in 2019 vorgenommen, für knapp 20 Millionen war der Impfstoff da, sagt die Kreis-Apotheken-Sprecherin Juliane Stark-Kreul. „Der Impfstoff wird im März bestellt.“ Da war der momentane Andrang so noch nicht zu erwarten gewesen. „In diesem Jahr sind es auf jeden Fall mehr Menschen, die sich gegen die Grippe impfen lassen wollen“, so Stark-Kreul.

Appell an alle Bürger

„Erst mal ist das eine tolle Entwicklung“, erklärt sie: „Prävention gegen die Grippe ist wichtig.“ Auf der anderen Seite kann das aber auch zu Problemen führen, wenn sich zu viele gegen die Grippe impfen lassen wollen und der Impfstoff ausgeht: Nämlich dann, wenn sich Risiko-Patienten nicht mehr impfen lassen können.

Dr. Hannes Müller appelliert daher: „Nur die empfohlenen Patientengruppen sollen sich auch wirklich impfen lassen.“ Das sind Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke, Schwangere sowie alle Patienten mit viel Publikumsverkehr. Die hätten momentan Vorrang.

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Bis Mitte, Ende November könnte sich die Situation wieder entspannen, sagt Müller. „Das Bundesgesundheitsministerium hat sechs Millionen Dosen Grippe-Serum als Notreserven bestellt, die dann verteilt werden.“ Momentan geht Müller davon aus, dass der Nachschub ausreichen wird. Mit absoluter Sicherheit kann der Apotheker das aber nicht sagen.

Ob es überhaupt zu Nachschub kommen wird, werde man sehen müssen, sagt dagegen Lödige. „Momentan weiß das keiner so richtig. „Die Großhändler erzählen das eine, die Hersteller was anderes.“

„Das kann ich schlecht einschätzen“

Die nächste Frage ist zudem, ob der Nachschub, wenn er denn kommt, überhaupt ausreicht. „Es hängt einerseits davon ab, wie viel Nachschub wir bekommen, weil der auf alle verteilt werden muss, und andererseits davon, wie groß der Andrang dann im November ist“, sagt Müller. Es könne sein, dass sich der große Andrang auf die Grippe-Impfung bis dahin wieder beruhigt hat. „Das kann ich aber schlecht einschätzen“, gibt er zu.

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Die Zahl der Infizierten in Haltern ist am Montag um 10 auf 154 gestiegen. Kreisweit gab es gegenüber vergangenem Freitag 236 neue Corona-Fälle - insgesamt wurden 3292 Fälle bestätigt. Von Ingrid Wielens, Ilka Bärwald, Pascal Albert, Silvia Wiethoff

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