Dieses Mannschaftsfoto vom TuS Haltern sorgt für reichlich Wirbel. © Benjamin Glöckner
Shooting geht schief

Großer Ärger um Mannschaftsfoto: TuS Haltern droht hohe Strafe

War das ein Eigentor? Ein Mannschaftsfoto des TuS Haltern sorgt für Wirbel. Es wurde an einem Ort aufgenommen, der nicht betreten werden darf. Dabei war ursprünglich alles anders geplant.

Im Hintergrund der blaue Himmel, zwei grüne Bäume und die lilafarbenen Pflanzen der Westruper Heide. Im Vordergrund insgesamt 32 Spieler, Trainer und Betreuer vom TuS Haltern am See, die erkennbar nicht auf einem der ausgewiesenen Wege stehen, sondern mitten in der Heide: Dieses Mannschaftsfoto postete der Fußball-Oberligist am Wochenende auf seinem Instagram-Profil. Versehen mit der Bildbeschreibung: „Schauplatz unserer Porträts und Mannschaftsfotos der Senioren ist in diesem Jahr die Westruper Heide, denn unser Star ist die Stadt.“

Oberligist TuS Haltern hatte das Shooting eigentlich anders geplant

„Analog der letzten Jahre wollen wir mit dem Mannschaftsfoto unsere Verbundenheit zu unserer Stadt ausdrücken und gleichzeitig für unsere einzigartige Stadt als Naherholungsgebiet werben“, teilt Leon Koch, Pressesprecher des TuS Haltern am See, schriftlich mit.

Was vom TuS also als Volltreffer für die Seestadt geplant war, entpuppte sich im Nachhinein jedoch als Eigentor. Denn die Westruper Heide ist ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet, in dem das Verlassen der Pfade verboten ist.

„Im konkreten Fall war geplant, dass wir auf den ausgeschilderten Wegen und nicht am Rand der Heide fotografieren“, erklärt Leon Koch die Planungen. Warum der Oberligist sich dann doch dazu entschied, die geschützten Flächen zu betreten, teilte man unserer Redaktion nicht mit. Der Instagram-Beitrag ist mittlerweile gelöscht.

„Wir sind dankbar, dass wir auf den Fehler beim Shooting aufmerksam gemacht wurden und werden uns in Zukunft noch enger mit der Stadt bei der Umsetzung abstimmen“, so Leon Koch weiter. Auf Anfrage unserer Redaktion sagte Sprecherin Sophie Hoffmeier allerdings, dass die Stadt mit der konkreten Sachlage und der Westruper Heide im Allgemeinen nichts zu tun habe.

Der TuS Haltern am See hat das Foto mittlerweile wieder von seinem Instagram-Profil runtergenommen.
Der TuS Haltern am See hat das Foto mittlerweile wieder von seinem Instagram-Profil gelöscht. © Janis Czymoch © Janis Czymoch

Das Naturschutzgebiet ist für die ganze Region wichtig

Zuständig für das rund 90 Hektar große Naturschutzgebiet ist der Kreis Recklinghausen. Er koordiniert eine Vielzahl der wichtigen Pflegemaßnahmen. Für das Biotop und den Artenschutz hat die Einhaltung von Regeln und Verhaltensweisen eine große Bedeutung, erklärt Kreis-Pressesprecherin Lena Heimers.

„Wir weisen überall auf dem Gelände deutlich darauf hin und rund 95 Prozent der Besucher halten sich auch an diese Regeln. Leider sind das aber nicht alle“, sagt Lena Heimers vielsagend.

Der sandige Boden biete beispielsweise Heidelerchen, Schlingnattern oder Zauneidechsen wichtige Rückzugsräume, die es in einem klassischen Mischwald nicht gebe. „Die Westruper Heide ist für die Region enorm wichtig und dementsprechend muss man sich dort auch an die Regeln halten“, so die Pressesprecherin. Und dazu gehört eben das Betretungsverbot der geschützten Heideflächen.

Wird ein Regelverstoß beobachtet oder gibt es Angaben aus der Bevölkerung, geht der Kreis diesen Hinweisen nach. „Dann wird ein Anhörungsverfahren eingeleitet und die Strafe kann bis zu 50.000 Euro betragen“, sagt Lena Heimers.

Welche konkreten Konsequenzen der TuS Haltern am See zu erwarten hat, darüber wollte der Kreis keine genaueren Informationen preisgeben. In einem vergleichbaren Fall wie dem vom TuS, drohe aber eine Geldstrafe im „hohen dreistelligen, vielleicht auch vierstelligen Bereich“.

Festgelegt wird die Höhe bei Vergehen gegen den Umwelt- und Naturschutz in Deutschland durch einen Bußgeldkatalog.

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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