Großes Fischsterben im Bereich der Oberstever

Tausende tote Tiere

Es war ein trauriger Anblick: Tausende tote Fische trieben am Dienstag (18. August) in der Oberstever flussabwärts Richtung Stausee. Auf einer Brücke vor dem Wehr zum Hullerner See hielten Spaziergänger an, blicken entsetzt auf die Wasseroberfläche.

HALTERN

, 18.08.2015 / Lesedauer: 2 min

Am frühen Vormittag hatten Anwohner das Fischsterben bemerkt. „Ich war gerade mit meinem Hund spazieren, als ich plötzlich zahlreiche tote Fische im Wasser gesehen habe“, erzählt Anwohnerin Ilka Bleiker im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich habe dann die Feuerwehr informiert.“ Einsatzkräfte rückten daraufhin aus, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. „Zahlreiche Fische haben zu diesem Zeitpunkt bereits im Uferbereich gelegen – qualvoll verendet“, so die 44-Jährige. Umgehend wurde die untere Wasserbehörde des Kreises Recklinghausen informiert.

Sauerstoffmangel

Warum mussten so viele Fische in dem Fluss sterben? „Die Oberstever war bis zum Wochenanfang durch das Wehr zum Hullerner See gestaut. Pflanzen und Algen haben dem Gewässer offensichtlich den Sauerstoff entzogen. Nach ersten Erkenntnissen ist das Fischsterben auf Sauerstoffmangel zurückzuführen“, teilte Jochem Manz, Pressesprecher vom Kreis Recklinghausen, auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Trauriger Anblick

Unmittelbar nach dem Vorfall hatte die Gelsenwasser AG das Wehr geöffnet. Durch die stark ansteigende Strömung trieben die toten Fische deshalb am Vormittag Richtung Talsperre Haltern. Der Angelsportverein „Petri Heil“ hat die Oberstever als Vereinsgewässer gepachtet. Stefan Brathe, erster Vorsitzender des Vereins, zeigte sich gestern am Ort des Geschehens schockiert. „Ich bin fassungslos. Das waren mehrere Tonnen. Dieser Anblick macht einen traurig.“ Bei einem Großteil der verendeten Fische habe es sich um junge Barsche gehandelt, erklärt er. „Aber auch Weißfische und sogar einige Edelfische wie Zander waren dabei.“

Enormer Schaden

An einigen Stellen im Uferbereich, wo viele der toten Fische an Sträuchern und Ästen liegen blieben, entwickelte sich ein unangenehmer Verwesungsgeruch. „Das wird in den kommenden Tagen noch schlimmer werden. Vor allem wenn das Wetter wieder wärmer wird“, so der Angler. Der entstandene Schaden für das Ökosystem sei enorm. Brathe: „Ich hoffe, dass die Gelsenwasser AG als Besitzer des Gewässers zeitnah Besatzmaßnahmen durchführen wird, um für einen angemessen Ausgleich zu sorgen.“

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