Haltern liegt in Sachen Wohnungsbau deutlich über dem Trend

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Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen steigt landesweit. Die Halterner Zahlen setzen noch eins drauf.

Haltern

, 10.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um acht Prozent ist im ersten Halbjahr 2019 die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Nordrhein-Westfalen gestiegen. Diese Zahl nennt das Bauministerium des Landes. In Haltern lag die Steigerung noch deutlich höher.

Wurden in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres noch 46 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern in der Seestadt genehmigt, so waren es im ersten Halbjahr 2019 bereits 68. Das entspricht einer Steigerung von 47 Prozent.

Hohe Nachfrage von älteren Menschen

„Daran wird sicherlich auch deutlich, dass diese Art zu bauen derzeit sehr stark nachgefragt wird: Viele ältere Menschen, die bisher in Haltern am See oder in der Umgebung in Häusern wohnen, interessieren sich für eine barrierefreie Wohnung“, teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit.

Den Trend bestätigt auch Michael Behnert, Immobilienmakler in Recklinghausen. „Wir verzeichnen zurzeit auf dem Wohnungsmarkt so etwas wie einen Strukturwandel“, sagt er auf Nachfrage. „Ältere Mitbürger ab der Best-Ager-Generation um die 55 verkaufen ihre Einfamilienhäuser und sehen sich nach barrierefreien Eigentumswohnungen möglichst in Neubauten um. Häufig müssen sie aber feststellen, dass diese Wohnungen genau so teuer sind wie der Verkaufserlös, den sie für ihr älteres Haus erzielen, vor allem wenn es sich um kleinere Reihenhäuser handelt“, so Behnert. „Der Plan: ‚Ich verkaufe mein Haus und kaufe mir eine Eigentumswohnung und von dem Rest mache ich noch eine Weltreise‘ geht oft nicht auf“.

Halterner Wohnstruktur unterscheidet sich vom Umland

In Recklinghausen sei der Trend zu Wohnungen nicht so eindeutig wie in Haltern stellt Behnert fest: „Etwa 60 Prozent der Kaufverträge entfallen auf Häuser, 40 Prozent auf Eigentumswohnungen“. Allerdings sei die Wohnstruktur in Haltern anders als in Recklinghausen, so Behnert. In der Seestadt gebe es viel mehr frei stehende Einfamilienhäuser als in der Kreisstadt.

In Haltern wurden 2018 26 Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser erteilt, in 2019 waren es bisher 23. Die niedrigen Zahlen können auch damit zusammenhängen, dass es keine neuen Baugebiete in Haltern gibt und stattdessen zurzeit vorrangig Mehrfamilienhäuser in Baulücken errichtet werden, so Stadtsprecher Georg Bockey auf Nachfrage.

Der Bundestrend stellt sogar ein komplett anderes Bild dar als in Haltern: In Deutschland wurden in diesem Jahr bisher 2,4 Prozent weniger Wohnungen genehmigt als 2018.

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