Im ehemaligen Gesundheitsamt lebten lange Jahre asylsuchende Menschen unter schwierigsten Bedingungen. Jetzt hat die Stadt das Haus leer gezogen. © Halterner Zeitung
254 geflüchtete Menschen

Haltern nimmt zwei Familien aus griechischem Flüchtlingslager auf

In Haltern leben aktuell 254 geflüchtete Menschen. Eine Familie aus Afghanistan, die schwere Schicksalsschläge erlitten hat, erhielt aus humanitären Gründen direkt eine Aufenthaltserlaubnis.

In Haltern haben aktuell 254 geflüchtete Menschen Zuflucht gefunden. Zwei Familien aus Afghanistan hatten das Glück, ein Flüchtlingslager in Griechenland verlassen zu dürfen. Eine vierköpfige Familie erreichte Haltern im Rahmen der „Hilfsaktion Griechenland“, sie durchläuft nun das normale Asylverfahren. Eine weitere, siebenköpfige afghanische Familie wohnt seit Anfang März in Haltern. Sie erhielt aufgrund der persönlichen Situation, die von schweren Schicksalsschlägen gekennzeichnet ist, aus humanitären Gründen direkt eine Aufenthaltserlaubnis.

„Die Aufnahme und Unterbringung der beiden Familien ist das Ergebnis unserer Beteiligung an dem Projekt Sichere Häfen. Wir hatten uns gegenüber der Bezirksregierung Arnsberg bereit erklärt, zwei Familien aufzunehmen“, sagte dazu Helmut Lampe, Fachbereichsleiter Ordnung/Soziales, im Ausschuss Generationen und Soziales.

Die Aufnahmequote liegt bei knapp 90 Prozent

18 Asylsuchende hat die Stadt bislang in diesem Jahr Unterkunft gegeben, dazu zählt neben den afghanischen Familien eine Familie aus Syrien und zwei Männer aus Syrien und dem Irak. 159 Geflüchtete wohnen in städtischen Unterkünften, 95 in 13 von der Stadt gemieteten Wohnungen sowie in drei Einfamilienhäusern. Diese Häuser hat die „Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zur Flüchtlingsunterbringung“ zur Verfügung gestellt. Die Aufnahmequote liegt, so Helmut Lampe, bei knapp 90 Prozent. Zwölf Personen muss die Stadt in diesem Jahr noch aufnehmen, die nächsten Zuweisungen sind nach Ostern zu erwarten.

Helmut Lampe ist froh, dass seit November wichtige Entscheidungen getroffen werden konnten. So schloss die Stadt das frühere Gesundheitsamt an der Schmeddingstraße. Gemeinschaftliche Sanitär- und Küchenräume hatten das Zusammenleben der Flüchtlinge dort sehr erschwert. Zuletzt wohnten hier alleinstehende Männer. Sie zogen in die städtischen Unterkünfte am Lorenkamp und an der Wasserwerkstraße um.

Stadt sucht nach wie vor private Wohnungen

Aufgeben konnte die Stadt auch das Pfadfinderheim des Stammes Seeadler an der Rekener Straße in Lavesum. Hier waren laut Helmut Lampe in den letzten Monaten noch einige wenige alleinstehende Männer untergebracht. „Unsere Kapazitäten sind jetzt ausgelastet“, erklärte Lampe. Die Stadt sei deshalb nach wie vor bemüht, Wohnungen auf dem privaten Immobilienmarkt zu finden: „Dies unterstützen wir ausdrücklich, um das von uns favorisierte dezentrale Unterbringungskonzept weiter umzusetzen und eigene städtische Kapazitäten für neue Flüchtlinge bereithalten zu können.“

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Redaktion Haltern
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Elisabeth Schrief
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