Paula Stenner und Niklas Schnabel (wegen der Motto-Tage am Gymnasium im ungewöhnlichen Outfit) und ihre Mitschüler(innen) mussten sich unter besonderen Bedingungen aufs Abi vorbereiten. © Jürgen Wolter
Abitur

Halterner Abiturienten: Klausur-Vorbereitungen waren „eher schwierig“

Die Abiturklausuren unter den derzeitigen Corona-Bedingungen zu organisieren und zu schreiben, stellt sowohl das Halterner Gymnasium als auch die Schüler vor eine schwierige Aufgabe.

2021 werden die Abiturklausuren bereits zum zweiten Mal unter Corona-Bedingungen geschrieben. Neben dem ständigen Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht musste das Halterner Joseph-König-Gymnasium zusätzlich den Ablauf der Prüfungen gemäß der geltenden Bestimmungen organisieren – keine leichte Aufgabe. Und auch die Schüler lernten unter ganz speziellen Voraussetzungen.

„Es gibt insgesamt landesweit neun Tage, an denen die Klausuren geschrieben werden“, sagt Schulleiter Ulrich Wessel. „Bei uns in Haltern sind es acht, weil wir in einigen Randfächern, die am Montag dran sind, nur mündliche Prüfungen haben.“

Los geht es bereits am Freitag, 23. April, mit den Englischklausuren. „Da schreiben zwar relativ viele Schüler“, sagt Ulrich Wessel, „das lässt sich aber gut organisieren, da wir noch Distanzunterricht haben“. Ab Montag könnte es schwieriger werden, wenn die Klassen zum Wechselunterricht zurückkehren sollten.

Mehr Klausurthemen als üblich

Maximal 14 Schülerinnen und Schüler dürfen in einem Raum sitzen. Die Klassen werden deshalb bei Bedarf geteilt. „Das Thema Maskenpflicht ist noch nicht endgültig geklärt“, so Wessel. „Es ist angedacht, dass OP-Schutzmasken ausreichen und FFP2-Masken nicht Pflicht sind, aber dazu liegt die endgültige Anweisung noch nicht vor.“

Es besteht eine Testpflicht. Diese Tests dürfen die Schüler aber nicht unmittelbar vor den Klausuren machen, dafür müssen sie teilweise einen Tag vorher zur Schule kommen. „Wer die Selbsttests verweigert, muss grundsätzlich vom Unterricht ausgeschlossen werden“, so Ulrich Wesel. „Das gilt aber nicht für Klausuren. Hier müssen alle aus rechtlichen Gründen Zugang zum Schreiben haben. Für Testverweigerer wird deshalb ein Extraraum eingerichtet. Allerdings hatten wir bei den Abschlussschülern bisher diesen Fall nicht.“

Für die Abiturprüfungen musste am Gymnasium viel vorbereitet werden.
Für die Abiturprüfungen musste am Gymnasium viel vorbereitet werden. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Auch im Prüfungsablauf gibt es einige Änderungen. „Das betrifft zum Beispiel die Klausurthemen“, sagt Ulrich Wessel und nennt ein Beispiel: „Normalerwiese gibt es drei Klausurthemen. In diesem Jahr werden uns vier Themen zugestellt. Die Lehrer können in einigen Fächern davon eins aussortieren, das wegen der Coronabedingungen vielleicht im Unterricht nicht umfassend genug behandelt werden konnte.“ In anderen Fächern können die Schüler selbst zwischen vier Themen wählen.

„Das macht es vielleicht ein wenig entspannter“, finden Paula Stenner und Niklas Schnabel, Sprecher der Q2 am Joseph-König-Gymnasium. Die Vorbereitung auf das Abi und die Wechsel zwischen Distanz- und Wechselunterricht fanden beide aber eher schwierig. „Es fällt einem schwerer, sich aufs Lernen zu konzentrieren, wenn der Unterricht nur aus Videokonferenzen und Alleinarbeiten besteht“, finden beide. Lob haben sie allerdings für ihre Lehrer parat. Alle hätten sich die größte Mühe gegeben, den Stoff auch auf diesen Wegen zu vermitteln. „Das gilt nicht nur für die jüngeren Lehrer“, sagt Niklas Schnabel.

Kein „Zweiter-Klasse-Abi“

Die Schüler ihrer Jahrgangsstufe seien allerdings unterschiedlich mit den schwierigen Rahmenbedingungen zurecht gekommen. „Man kann das nicht verallgemeinern“, findet Paula Stenner. „Die einen profitieren vielleicht sogar davon, andere haben mehr damit zu kämpfen.“ Was man in der Schule im Unterricht lerne und worüber man diskutieren könne, das bliebe besser hängen, findet Niklas Schnabel.

Das Gefühl, ein „Abi zweiter Klasse“ zu machen, weil einiges an Stoff nicht behandelt werden konnte, haben beide nicht. „Ich denke schon, dass wir ein vollwertiges Abitur machen“, sagt Paula Stenner. Beide wollen nach dem Abi zunächst ein freiwilliges soziales Jahr bzw. ein Jahr Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Danach steht für beide – Stand heute – ein geplantes Studium an: Dann unter hoffentlich wieder besseren Rahmenbedingungen.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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