Auch am Schulzentrum in Haltern beginnt für die Abschlussklassen am Montag wieder der Präsenzunterricht. © Archiv

Halterner Abschlussklassen starten unterschiedlich in Präsenzunterricht

Neben den Grundschulen werden ab Montag, 22. Februar, auch die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen wieder in Präsenz unterrichtet. Halterns Schulen fahren unterschiedliche Modelle.

Seit Mitte Dezember sind die Schulen für den Regelbetrieb geschlossen, nur eine Notbetreuung ist dort möglich. Ab Montag, 22. Februar, möchte das Land Nordrhein-Westfalen nun in kleinen Schritten zum Regelbetrieb in den Schulen zurückkehren. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, kommen verschiedene Konzepte in den weiterführenden Schulen in Haltern zum Einsatz.

Ziel aller Schulen sei es, „den Abschlussklassen einen guten Abschluss zu ermöglichen“, sagt Dagmar Perret, Schulleiterin der Joseph-Hennewig-Hauptschule. In diesem Punkt sind sich die Schulleiter der Stadt im Gespräch mit der Halterner Zeitung einig. Realschulleiter Frank Cremer teilte in einem Elternbrief mit, dass die Lehrer die Schüler „trotz aller Widrigkeiten“ unterstützen werden, einen guten Abschluss zu erzielen.

„Ein dickes Lob“

Wie bei den Grundschulen, gebe es aber auch bei den Lehrern der weiterführenden Schulen Angst vor dem Coronavirus, sagte ein Lehrer am Hans-Böckler-Berufskolleg (HBBK). Dass Lehrkräfte aufgrund von Vorerkrankungen nicht in den Präsenzunterricht zurückkehren wollten, kommt an den Schulen aber nur selten vor, bestätigten die Schulleiter auf Nachfrage. „Den Lehrkräften gebührt ein dickes Lob“, meinte der Lehrer des HBBK. Und trotz der Umstände freue man sich, die Schüler „‘live‘ wiederzusehen“, betonte Realschulleiter Cremer.

Für den Start im Präsenzunterricht haben die Schulen verschiedene Konzepte entwickelt. Im Joseph-König-Gymnasium gehen die Schüler der Qualifikationsstufen 1 und 2 ab Montag wieder in den Unterricht. Die größeren Kurse der Jahrgänge, ab 14 Schüler, sollen auf zwei benachbarte Räume aufgeteilt werden, teilte Schulleiter Ulrich Wessel mit. Die kleinere Kurse werden zusammen in einem Raum unterrichtet.

In der Alexander-Lebenstein-Realschule werden die Klassen dagegen in eine A- und B-Gruppe aufgeteilt. Die erste Woche bekommt Gruppe A Präsenzunterricht, während Gruppe B im Distanzunterrichtet bleibt. Nach einer Woche wird gewechselt.

„Wäre aktuell nicht zielführend“

Teilweise seien bis zu 30 Kinder in einer Klasse, erklärt Realschulleiter Frank Cremer. „Sie alle in eine Klasse zu setzen, wäre möglich, aber in der momentanen Lage nicht zielführend.“ Die Schüler wie beim Gymnasium auf verschiedene Klassenräume aufzuteilen, funktioniere nicht, so Cremer.

„Wir müssten auch für den zweiten Raum einen Lehrer auftreiben. Dafür fehlen uns die personellen Ressourcen“, erklärt er. Beim Gymnasium muss kein zweiter Lehrer für eine zweite Gruppe in einem anderen Raum eingesetzt werden – Oberstufenschüler unterliegen nicht der durchgehenden Beaufsichtigungspflicht.

Der Unterricht beginnt für alle Schüler im Schulzentrum zwischen 7.45 und 7.50 Uhr. Die Früh- und Spätwochen, die im Dezember für den Präsenzunterricht eingeführt worden waren, werden vorerst ausgesetzt. Sollten allerdings weitere Jahrgänge den Präsenzunterricht wieder aufnehmen, würde man zu diesem Modell zurückkehren, erklärte Ulrich Wessel, Schulleiter des Gymnasiums.

Für ein wiederum anderes Modell hat sich die Joseph-Hennewig-Hauptschule entschieden, erklärte Schulleiterin Dagmar Perret. Dort wird der gesamte Jahrgang 10 in die Schule geholt. „Die beiden 10a-Klassen mit je 23 Schülern werden aufgeteilt“, so Perret. Die 10b-Klasse mit 18 Schülern bleibe bestehen. Die aufgeteilten Klassen werden in zwei benachbarten Räumen von zwei Lehrkräften betreut.

Individuelle Lösungen am HBBK

Das HBBK wiederum suchte für seine Abschlussklassen individuelle Lösungen, erklärte Kathrin Ollas, Leiterin des Standortes Haltern. Am HBBK haben es die Stundenplaner von den Klassengrößen abhängig gemacht, für welches Modell man sich entscheide.

Die kleineren Klassen kommen in Präsenz, in den größeren Klassen werde die Klasse aufgeteilt. Die eine Hälfte der Klasse wird dann in der ersten Woche von Montag bis Mittwoch und die andere am Donnerstag und Freitag unterrichtet, ehe es nach einer Woche wechselt. In Klassen, in denen der Distanzunterricht gut funktioniere, überlege man gar, die Schüler weiterhin im Homeschooling zu unterrichten, erklärte Ollas.

Dass die Modelle der Schulen lange Bestand haben, glauben die Schulleiter indes nicht. Sie gehen davon aus, dass es in zwei, drei Wochen bereits wieder neue Entwicklungen geben wird. Dann werde neu bewertet, wie der Präsenzunterricht organisiert werden kann, so Frank Cremer.

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Niklas Berkel

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