Dr. Lars Heining ist Chefarzt der Lungenklinik Ruhrgebiet Nord sowie Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Fachbereich Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, internistische Intensivmedizin am Halterner St. Sixtus-Hospital. © Günter Schmidt
Vierte Corona-Welle

Halterner Chefarzt: „Corona verliert nicht an Schrecken“

Die vierte Welle in der Corona-Pandemie nimmt weiter an Fahrt auf. Die Situation sei anders als zur Jahreswende, sagt KKRN-Chefarzt Lars Heining, aber Corona verliere nicht an Schrecken.

1.096 Corona-Patienten belegen deutschlandweit aktuell (31. August) Intensivbetten in Kliniken, das sind 28 mehr als am Vortag. 559 von ihnen werden beatmet. „In unseren Häusern verzeichnen wir eine minimale Zunahme an Corona-Patienten“, sagt Lars Heining, Chefarzt der Lungenklinik Ruhrgebiet Nord und Chefarzt für Innere Medizin. Die Situation sei nicht vergleichbar mit der zur Jahreswende, aber Entwarnung gibt er nicht.

In Haltern wurden zuletzt zwei Corona-Patienten behandelt, allerdings nicht auf der Intensivstation. Sie litten an der Delta-Variante. „Bei uns ist es ruhiger geworden, in überregionalen Zentren wie in den Unikliniken Münster und Essen, mit denen sich das KKRN regelmäßig austauscht, dagegen nicht.“

Post-Corona-Behandlung im Sixtus-Hospital

Dafür steht der Fachbereich Pneumologie im Sixtus-Krankenhaus im Fokus, wenn es um das Weaning geht. So nennt man den Prozess der Entwöhnung vom Beatmungsgerät. Gerade wurde ein Patient – Mitte 60 – aufgenommen, der sich im Mai auf einem Kreuzfahrtschiff infiziert hatte, mit schwerem Verlauf in Spanien ins Krankenhaus musste und dann in die Heimat ausgeflogen wurde. Im Sixtus-Hospital erfolgt nun eine längere Post-Covid-Behandlung.

Insgesamt sind die Patienten nach Aussage von Dr. Heining auf jeden Fall jünger geworden und leiden selten an Begleiterkrankungen. Sein jüngster Patient sei 26 Jahre alt gewesen, dieser habe tatsächlich unter einem schweren Verlauf gelitten. In der Regel könne er auf jeden Fall sagen, je älter die Betroffenen desto schwerer sei der Verlauf. Am meisten litten Menschen mit Vorerkrankungen an Corona.

Dass die Zahlen wieder steigen, führt der Chefarzt auf Reise-Rückkehrer zurück, außerdem seien viele Jugendliche ungeschützt. Dr. Heining bedauert generell die Impf-Zurückhaltung. Jeder müsse die freie Wahl haben, doch die Hemmschwelle gegenüber einer Impfung könne er nicht nachvollziehen.

„Impfung ist die einfachste Methode, sich zu schützen“

„Das Impfen gegen Corona ist sicher und gut. Noch mehr Nachweise über den Erfolg kann man nicht mehr bringen“, ist er überzeugt. Eine Impfung sei die einfachste Methode, um sich zu schützen. Gerade jetzt, wo sich die Infektionszahlen wieder aufwärts entwickelten.

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Elisabeth Schrief

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